Zur Sächsischen Ernährungswoche informiert die Verbraucherzentrale über einheimisches Obst und Gemüse
Zwiebeln gehören zu den ältesten und beliebtesten Kulturpflanzen, deren Anbau bereits aus dem alten Babylon überliefert ist. Ihr Doppelcharakter als Gemüse- und Würzpflanze verleiht ihnen ungebrochene Popularität. Heute nehmen Speisezwiebeln den vierten Platz im Gemüseverbrauch der privaten Haushalte ein. In Deutschland wurden im letzten Jahr rund 364.000 t Zwiebeln geerntet, darunter mehr als 17.000 t im sächsischen Freilandanbau.
Bei einheimischen Speisezwiebeln werden Sommerzwiebeln - im Frühjahr gesät und im August und September geerntet - von so genannten Winterzwiebeln - im August gesät und ab Mai geerntet - unterschieden. Da Zwiebeln etwa 6 Monate lagerfähig sind, hat einheimische Ware immer Saison.
Speisezwiebeln variieren nach Größe. Die kleinste Abart sind Perl- oder Silberzwiebeln, die hauptsächlich sauer eingelegt verzehrt werden. Besonders groß sind Gemüsezwiebeln, die einen Durchmesser bis zu 15 cm erreichen können. Gemüsezwiebeln sind im Allgemeinen saftiger und süßlicher im Fleisch als ihre kleineren Verwandten. Schalotten sind länglich geformt und gelten als besonders feine und milde Speisezwiebeln. Lauchzwiebeln stammen ebenfalls ganzjährig weitgehend aus heimischem Anbau. Allerdings sind sie auf Grund ihres hohen Wassergehaltes nur wenige Tage haltbar. Ihr Geschmack ist meist milder als der von Speisezwiebeln.
„Ihren typischen Geruch und Geschmack verdanken Zwiebeln ihrem Gehalt an Sulfiden“, erklärt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen. „ Diese schwefelhaltigen Verbindungen werden bei der Zerstörung des Gewebes, das heißt beim Zerschneiden durch zelleigene Enzyme in ihre aktive Form überführt, die dann die Augen tränen lässt.“ Aber nicht nur die Augen tränen, Sulfide beeinflussen auch die Gesundheit günstig. Sie regen den Fluss des Speichels und der Verdauungssekrete an und fördern damit die Verdauung. Außerdem wirken sie keimhemmend und keimtötend. Unter den Vitaminen und Mineralstoffen, die Zwiebeln enthalten, sind besonders Kalium und Zink sowie die B-Vitamine erwähnenswert.
Zwiebeln widerlegen eindrucksvoll die These, dass das, was gesund ist, nicht schmeckt. Sie sind in allen Küchen der Welt zu Hause, sei es in Indiens Küche als Soßengrundlage „wet masala“ oder in der französischen Küche als Bestandteil einer vinaigrette zu frischem Salat oder sei es typisch deutsch als Röstzwiebel.
Für die Verwendung im Haushalt gibt die Verbraucherschützerin folgende Empfehlungen:
Zwiebeln müssen dunkel und kühl gelagert werden, da sie sonst auskeimen und Aroma und Substanz verlieren. Lauchzwiebeln halten sich ein bis zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschrankes.
Zwiebeln sollten erst kurz vor der Verwendung geschält und geschnitten werden, da sie schnell an Geschmacksintensität verlieren. Langes Stehen macht geschnittene Zwiebeln bitter.
Messer, Schneidebrettchen und Zwiebel können vor dem Schneiden mit kaltem Wasser abgespült und nass benutzt bzw. verarbeitet werden. Das mindert die Augenreizung.
Zur sächsischen Ernährungswoche „Sachsen genießen Obst und Gemüse“ informiert die Verbraucherzentrale Sachsen montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) zum Schwerpunkt Obst und Gemüse. Interessierte Verbraucher können ihre Fragen zur Warenkunde und zur Kennzeichnung, zur Verwendung im Haushalt und zu gesundheitlichen Aspekten stellen.
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