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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

29.09.2006
Vitaminspender mit schlechtem Image: Speiserübchen

Die Verbraucherzentrale Sachsen informiert über einheimisches Obst und Gemüse

Ihr schlechtes Image verdanken die Speiserüben im Grund positiven Eigenschaften: Sie sind schnellwüchsig, anspruchslos und liefern große Mengen essbares Gemüse. Daher waren sie in Zeiten der Nahrungsknappheit, wie im sprichwörtlichen „Steckrübenwinter“ 1916/17, oft das einzig ausreichend verfügbare Lebensmittel und wurden als bis zum Überdruss gegessene Notmahlzeit stigmatisiert.

In der heutigen Küche sind Mairüben, Herbstrüben und selbst Kohlrüben eher einheimische Exoten. Im Frühjahr haben Mairüben oder Navet Saison, die sich durch ein mildes Aroma auszeichnen. Im Herbst gelangen dann die herbsüßen Herbstrüben, Teltower Rüben und Kohlrüben auf den Markt. Da diese Sorten mehrere Monate lagerfähig sind, kann der Bedarf aus einheimischem Anbau gedeckt werden. „Weitgehend unbekannt ist aber der hohe Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, der in den Speiserüben steckt“, sagt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale. Zu nennen sind vor allem die Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C sowie Kalium, Magnesium und Kalzium, daneben enthalten sie so genannte Glucosinolate. Diese Verbindungen aus Schwefel und Zuckerstoffen verleihen den Rüben nicht nur ihren intensiven Geschmack, sondern fördern die Gesundheit, indem sie die Immunabwehr stärken.

Nicht verwandt mit oben genannten Speiserüben, die zu den Kohlgewächsen gehören, ist die Rote Rübe. Deren herausragende Eigenschaft ist die intensiv rote Farbe, die durch den Farbstoff Betanin hervorgerufen wird. Er wird aus roten Rüben gewonnen in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff E 162 eingesetzt wird. Betanin gehört zu einer Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, der entzündungshemmende, Krebs vorbeugende und den Blutkreislauf fördernde Wirkung zugeschrieben wird. Daneben ist insbesondere der sehr hohe Gehalt an Folsäure bemerkenswert. Eine Portion deckt den täglichen Folsäurebedarf bereits zur Hälfte. Folsäure wirkt aktiv bei der Zellteilung und Zellneubildung mit. Sie ist damit besonders für Schwangere und Stillende wichtig und für Kinder und Jugendliche im Wachstum.

Rote Rüben sind oft sehr nitratreich. Es empfiehlt sich daher, Bioware zu bevorzugen, da deren Nitratgehalte deutlich niedriger sind.

Da die wasserlöslichen Vitamine während des Garens leicht ausgewaschen werden, empfiehlt es sich, Rüben in wenig bereits siedendem Wasser zu kochen, und das Kochwasser, wenn es das Gericht erlaubt, weiter zu verwenden.

Die Verbraucherzentrale Sachsen informiert montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) zum Schwerpunkt Obst und Gemüse. Interessierte Verbraucher können ihre Fragen zur Warenkunde und zur Kennzeichnung, zur Verwendung im Haushalt und zu gesundheitlichen Aspekten stellen.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link260742A.html