Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert: In Aussicht gestellter Gasanbieterwechsel zum 01. Oktober 2006 fällt aus
Obwohl schon seit 1998 zumindest theoretisch der Energiemarkt und damit auch der Gasmarkt liberalisiert und für den Wettbewerb offen sein sollten, sieht die Praxis leider anders aus.
Erst kürzlich musste die Bundesnetzagentur konstatieren, dass es auf dem Gasmarkt keinen Wettbewerb gibt. Nach wie vor sind die Verbraucher beim Gasbezug an Monopolisten gebunden.
Obwohl Bundesnetzagentur und Gaswirtschaft angekündigt hatten, dass zum 01. Oktober 2006 nun ein Gasanbieterwechsel möglich sei, wird dieser wohl für die sächsischen Gaskunden ins Wasser fallen, denn in Sachsen sind keine neuen Anbieter bekannt. Der Gasversorger Mitgas bietet lediglich im Köthener Raum Gas an.
„Wir schätzen ein“, so der Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, Roland Pause, „dass sich neue Anbieter derzeit nicht die Klinke in die Hand geben. Somit wird ein Großteil der Gaskunden ihren Versorger weiterhin nicht wechseln können.“
Die Marktsituation lässt auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht erwarten, dass die Gaspreise sinken werden. Im Gegenteil: Einige Anbieter, wie RheinEnergie, E.ON und RWE haben für den Herbst weitere Preiserhöhungen angekündigt. Es ist damit zu rechnen, dass andere nachziehen.
Die derzeit sinkenden Rohölpreise werden sich frühestens in einem halben Jahr preismindernd auf die Gaspreise auswirken, da seitens der Gaswirtschaft an der Öl-Gas-Preisbindung festgehalten wird. In diesem Fall sollte sie sich zum Vorteil der Verbraucher auswirken. So könnte bestenfalls im Frühjahr 2007 mit einem Sinken der Gaspreise gerechnet werden.
Die Verbraucher haben häufig selbst nur noch geringe Möglichkeiten, Preissteigerungen zu dämpfen. Ein Energiecheck im Haus oder in der Wohnung hilft, noch ungenutzte Sparpotenziale aufzudecken. So bringt z.B. eine Senkung der Raumtemperatur von 24o C auf 22o C keine Einschränkung der Lebensqualität, aber immerhin rund 15% Einsparung an Energie. Wer mehr dazu wissen möchte, kann dabei Hilfe in den Beratungseinrichtungen der Verbraucherzentrale Sachsen erhalten. Wo die nächstgelegene Beratungsstelle zu finden ist, erfährt man am Zentrale Servicetelefon unter 0180-5-797777 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) montags bis freitags von 9 – 16 Uhr, wo man auch gleich einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren kann.
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