Verbraucherzentrale Sachsen: Einheimisches Wintergemüse ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen
Mangold erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Über Jahrhunderte war er eines der beliebtesten Gemüse, bis er weitgehend durch den Spinat verdrängt wurde. Zunehmend findet man ihn jedoch wieder auf dem Markt. Der Hauptanteil des Angebotes stammt aus Frankreich und Italien. Aber auch der einheimische Anbau wächst, und deutscher Mangold kommt von April bis Ende Oktober auf den Markt.
„Obwohl man es nicht vermuten würde, stammt Mangold wie die Rote Bete und die Zuckerrübe von der wilden Strandrübe ab“, sagt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale. Beim Mangold sind allerdings Stängel und Blätter für den Genuss bestimmt.
Mangold hat im Vergleich zu Spinat ein herberes nussartiges Aroma und festere Stängel und Blätter. Er lässt sich daher in der Küche vielfältiger einsetzen. Die Stiele können gedünstet und mit holländischer Soße wie Spargel serviert werden. Mangoldblätter lassen sich füllen, eignen sich geschnitten als Suppeneinlage und ergänzen als Gemüsebeilage die klassische deutsche Winterküche. Auch in der mediterranen Küche hat Mangold seinen festen Platz, hier meist geschmacklich ergänzt mit Olivenöl und Knoblauch.
Mangold ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders hervorzuheben sind die hohen Gehalte an Eisen, Kalium und Zink, das Vitamin C und die Vitamine der B-Gruppe. Die intensiv grüne Färbung des Mangolds verweist auf seinen besonderen Reichtum an Carotinoiden. Beta-Carotin ist eine Vorstufe des Vitamin A, das wesentlich für die Bildung des Sehpurpurs und damit das Farbsehen ist und grauem Star vorbeugt. Der gesamten Gruppe der Carotinoide werden vielfältige Effekte für den Zellschutz und die Stimulierung des Immunsystems zugeschrieben.
Mangold gehört wie Spinat, Rote Bete und Rhabarber zu den Lebensmitteln, die Oxalsäure enthalten. Diese pflanzliche Säure wirkt in großen Mengen aufgenommen giftig. Bei üblichem Verzehrsverhalten werden diese Mengen jedoch bei weitem nicht erreicht. Oxalsäure hat die Fähigkeit, Calcium zu einem unlöslichen Salz zu binden. Damit wird einerseits die Calciumaufnahme aus dem Darm in den Körper blockiert. Andererseits begünstigt Oxalsäure bei entsprechend disponierten Personen die Bildung von Nierensteinen.
Für die Verwendung im Haushalt können daher folgende Empfehlungen gelten:
Mangold sollte zunächst kurz blanchiert und das Kochwasser weg gegossen werden. Damit verringert sich der Gehalt an Oxalsäure deutlich.
Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, mit Nieren-, Blasen- oder Gallensteinleiden sollten Mangold, wie alle oxalsäurereichen Lebensmittel, nur gelegentlich in kleinen Portionen essen.
Eisen wird besser vom Körper aufgenommen, wenn gleichzeitig Vitamin C zugeführt wird. Das heißt, Mangold kann gut mit Kartoffeln kombiniert werden, mit Saft als Getränk oder mit Obst als Nachtisch.
Die zeitweilige Behinderung der Calciumaufnahme durch die Oxalsäure kann leicht durch eine ausreichende Zufuhr an Milchprodukten ausgeglichen werden.
Die Verbraucherzentrale Sachsen informiert montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) zum Schwerpunkt Obst und Gemüse. Interessierte Verbraucher können ihre Fragen zur Warenkunde und zur Kennzeichnung, zur Verwendung im Haushalt und zu gesundheitlichen Aspekten stellen.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
