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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

29.11.2006
Höchste Zeit für den Gänsekauf

Qualität hat ihren Preis - Verbraucher sollten auf Herkunft und Haltungsangaben achten

Kaum ein Fleischgericht ist in Deutschland so sehr auf eine bestimmte Jahreszeit konzentriert wie der Gänsebraten. Früher waren dadurch Beginn und Ende der vorweihnachtlichen Fastenzeit markiert, aber auch heute noch kommt in vielen Familien zu Weihnachten traditionsgemäß eine Gans auf den Tisch.
Die heimische Erzeugung deckt auch in normalen Jahren nur einen kleinen Teil der Nachfrage. In diesem Jahr trägt die Einschränkung der Freilandhaltung zum Schutz vor der Vogelgrippe zur Verknappung des Angebots an sächsischen Gänsen und Enten bei, da viele Halter deshalb keine Gänse aufgezogen haben. Entsprechend der derzeit gültigen rechtlichen Regelungen stammen einheimische Gänse, die jetzt auf den Markt gelangen, aber in aller Regel aus Gebieten, in denen Ausnahmegenehmigungen erteilt werden konnten, das heißt, die Tiere freien Auslauf hatten.

Der Gänsebraten im Allgemeinen wird also meist importiert. Worauf kommt es beim Kauf an? „Bei langsamer Aufzucht sowie ausreichend Platz und Bewegung ist nicht nur die Fleischqualität besser, sondern auch dem Tierschutz wird damit Rechnung getragen“, so Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen. Wer durch sein Kaufverhalten Mitverantwortung übernehmen möchte, sollte die Begriffe „Extensive Bodenhaltung“, „Auslaufhaltung“, „Bäuerliche Auslaufhaltung“ und „Bäuerliche Freilandhaltung“ kennen, die EU-weit rechtlich geregelt sind. Anbieter, die damit auf verpacktem Geflügelfleisch werben, müssen festgelegte Kriterien einhalten, unter anderem Anforderungen an die maximale Besatzdichte im Stall, die zur Verfügung stehende Auslauffläche pro Tier und die Mastdauer. Ist keine dieser Haltungsformen angegeben, muss von intensiver Tierhaltung ausgegangen werden, die im Übrigen bei Enten häufiger anzutreffen ist als bei Gänsen. Wer bereit ist, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen, ist mit einem Gänsebraten aus „Ökologischer Tierhaltung“ sehr gut bedient, denn die EU-Öko-Verordnung stellt hinsichtlich des Futters und der Haltung die strengsten Anforderungen.

Verbraucher, die regionale Angebote suchen, werden nur selten im Supermarkt fündig, sondern eher in Fachgeschäften, auf Wochenmärkten oder direkt beim Erzeuger. Und wer ganz sicher gehen will, zum diesjährigen Fest nicht leer auszugehen, sollte bald vorbestellen oder kaufen.

Am Ernährungstelefon der Verbraucherzentrale können Verbraucher montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) sächsische Geflügelvermarkter erfragen. Auf der Homepage www.verbraucherzentrale-sachsen.de unter der Rubrik Ernährung, Unterpunkt „Huhn und Pute“ ist eine Liste der Direktvermarkter von Geflügel in Sachsen zu finden.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link273792A.html