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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

12.12.2006
Was hält den Apfel noch im Winter frisch?

„Winterschlaf“ tut auch Früchten gut / Verbraucherzentrale informiert über einheimisches Obst und Gemüse

Im Winter ist der Apfel der „Verkaufsschlager“ beim Obst. In Sachsen, dem drittgrößten Obstanbaugebiet Deutschlands, werden jährlich über 90.000 t Äpfel geerntet. Am stärksten sind die Sorten Jonagold, Golden Delicious, Idared und Gloster vertreten, doch auch neue Sorten wie Shampion und Pinova konnten sich auf dem Markt etablieren. Interessierte Verbraucher fragen häufig, warum die einheimische Ware, auch lange nachdem die letzten Äpfel geerntet sind, immer noch knackig und frisch aussieht.
Die lange Haltbarkeit wird heute mit moderner Lagertechnik erreicht. Lagerhaltung für Äpfel wird überwiegend mit der so genannten CA-Lagerung (Controlled Atmosphere = kontrollierte Atmosphäre) praktiziert. „Im CA-Lager wird der Sauerstoff niedrig gehalten und der Kohlendioxyd-Gehalt heraufgesetzt. Bei einer Lagertemperatur von etwa 4° C und einer hohen Luftfeuchtigkeit wird der Apfel quasi in einen Winterschlaf versetzt“, erklärt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen. Dadurch wird die weitere Reifung des Apfels sehr stark verlangsamt und so gelagerte Äpfel kommen auch noch mehrere Monate nach der Ernte wie frisch in den Handel. Für den Verbraucher ist dieses Verfahren völlig unbedenklich. Der Vitamingehalt der Früchte sinkt in deutlich geringerem Maße als unter herkömmlicher Lagerung ab.

Neu zugelassen ist die MCP–Methode, dabei steht MCP für Methyl-Cyclo-Propen. Werden Äpfel in diesem Gas gelagert, wird die Produktion des natürlichen Reifegases Ethylen, das die Äpfel abgeben, stark gebremst. Die Farbe der Schale bleibt so erhalten und das Fruchtfleisch ist auch dann noch knackig, wenn die Früchte längst in den Verkaufsregalen liegen. Nachteil dieser Lagerung ist, dass das Aroma wegen der schlechten Nachreife leiden kann und nicht jede Apfelsorte dafür gleich gut geeignet ist. Für den Verbraucher ist auch diese Lagerungstechnik unbedenklich. Im sächsischen Obstanbau wird diese Methode jedoch nicht angewandt.

Äpfel dürfen zur Verzögerung der Austrocknung und eines nachträglichen Schädlingsbefalls mit einer zusätzlichen Wachsschicht überzogen werden. Diese Äpfel müssen dann mit dem Hinweis „gewachst“ gekennzeichnet sein. Äpfel deutscher Herkunft sind im Allgemeinen nicht gewachst. Das nachträgliche Wachsen hat aber nichts mit der sortentypischen natürlichen Wachsschicht des Apfels, zum Beispiel bei der Sorte Jonagold, zu tun. Bei mediterranen Apfelsorten findet man natürlicherweise eine etwas dickere Schale und Wachsschicht, die die Frucht vor der Austrocknung durch die Sonne schützt. Bei so genannten maritimen Äpfeln ist diese Schicht deutlich dünner.
Äpfel sollten mit der Schale, aber gut gewaschen und anschließend abgerieben, verzehrt werden. Der Gehalt an Vitamin C ist in der äußeren Schicht 2,5 – 6 mal höher als im Fruchtfleisch, auch ein großer Teil der sekundären Pflanzenstoffe, insbesondere der Flavonoide, steckt vor allem in den äußeren Schichten. Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe, die gesundheitsfördernd wirken.

Die Verbraucherzentrale Sachsen informiert montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) zum Schwerpunkt Obst und Gemüse. Interessierte Verbraucher können ihre Fragen zur Warenkunde und zur Kennzeichnung, zur Verwendung im Haushalt und zu gesundheitlichen Aspekten stellen.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link275772A.html