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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

19.12.2006
Ärgernis Kreditwerbung

Sächsische Verbraucherschützer fordern Verhaltenskodex - Podiumsdiskussion am 16. Januar 2007 in Leipzig

Verantwortungsvolle Kreditvergabe fängt mit der Werbung an - und hört dort bei manchem Kreditinstitut auch schon wieder auf. Zu dieser Erkenntnis kommen die sächsischen Verbraucherschützer nach Auswertung gesammelter Werbeunterlagen. Sie fordern deshalb die Kreditwirtschaft auf, sich einem Verhaltenskodex zu unterwerfen.

Über einen Zeitraum von 9 Monaten haben die Verbraucherschützer die Werbung von Banken und Sparkassen unter die Lupe genommen. Die von Verbrauchern des Öfteren geäußerte Verärgerung über die Flut an Werbematerial ist dabei gut nachvollziehbar. Besonders aktiv umwerben Citibank und Norisbank potenzielle Kunden. Generell wird suggeriert, dass sich fast alle Wünsche über ein Darlehen problemlos, sofort und unkompliziert erfüllen lassen. In diesem Sinne spielt schon der Name des Kredits eine wichtige Rolle. Übliche Bezeichnungen lauten „Sofortkredit“, „Privatkredit“ oder „Bestkredit“. Mit diesen und weiteren Namen wie beispielsweise „Wohlfühlkredit“, „Volkskredit“, „EasyCredit“ wird nach Ansicht der Verbraucherschützer versucht, die Hemmschwelle für eine Kreditaufnahme herabzusetzen, um Bedürfnisse um (fast) jeden Preis zu befriedigen.

Verbraucherschützer sehen diese Situation kritisch und finden, dass die Geldhäuser mit ihrer massiven Werbung zur Überschuldung von Privathaushalten beitragen. Besonders problematisch ist, dass einige Banken in ihrer Werbung den niedrigeren Nominalzins groß herausstellen, während der bedeutsamere Effektivzins im Kleingedruckten untergeht. So warb zum Beispiel die Santander Consumer CC-Bank im Sommer mit einem deutlich herausgestellten Nominalzins von 3,89 Prozent pro Jahr und nur ganz klein am Seitenende war zu finden, dass der effektive Jahreszins bei 5,9 Prozent liegt. Auf diesen sollten Verbraucher jedoch gerade besonders achten, denn er berücksichtigt außer den Darlehenszinsen auch weitere Kosten, wie z.B. Bearbeitungsgebühren, die mit der Kreditaufnahme einhergehen. Darüber hinaus handelt es sich bei den Werbezinssätzen oft um Lockvogelangebote. In der Praxis werden in aller Regel höhere Zinsen vereinbart, was seitens der Banken mit der weniger guten Bonität des einzelnen Verbrauchers begründet wird. Da der Idealkunde auf den sich die Werbung bezieht, jedoch kaum zu finden ist, fordern die Verbraucherschützer von den Banken, diese Lockvogelwerbung zu unterlassen und stattdessen mit realistischen Zinssätzen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Gelegenheit, über das Thema Kreditwerbung und -vergabe zu diskutieren, bietet eine von den sächsischen Verbraucherschützern für den 16. Januar 2007 organisierte Podiumsdiskussion in Leipzig. Sie findet in der Zeit von 18 – 20 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig statt.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link276292A.html