Neue Stromanbieter werben mit günstigen Preisen – Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert Vorkassepraxis
Angesichts anhaltend hoher Strompreise vieler lokaler Versorger machen zunehmend mehr Verbraucher von der Möglichkeit Gebrauch, ihren Stromanbieter zu wechseln. Damit drängen auch immer mehr neue Anbieter auf den Strommarkt. Doch aufgrund teilweise nachteiliger Vertragsbedingungen sind nicht alle von ihnen uneingeschränkt empfehlenswert. Hierzu zählen die aktuellen Angebote der beiden Stromlieferanten TelDaFax und Flexstrom. Als eine Art Gegenleistung für ihre attraktiven Kilowattstundenpreise verlangen sie von den Verbrauchern hohe Vorauszahlungen.
„So erhält man beim Anbieter Flexstrom den günstigsten Tarif nur, wenn man sich für die Zahlung des gesamten Stromentgelts für das anstehende Jahr im Voraus entscheidet“, macht Katja Henschler, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Sachsen aufmerksam. Überschreitet man die angegebene Verbrauchsmenge im Jahresverlauf, zahlt man außerdem den Mehrverbrauch extra, und zwar zu einem erheblich teureren Preis pro Kilowattstunde. Ähnlich verhält es sich bei dem Anbieter TelDaFax. Dieser verlangt für die Inanspruchnahme seines günstigsten Kilowattstundenpreises eine als „Sonderabschlagszahlung“ bezeichnete Einmalzahlung, bei der der Verbraucher zwischen einer Höhe von 50 €, 100 € oder 200 € pro Jahr „frei“ wählen kann und die er vor Abschluss des Vertrages zu leisten hat. Nur wenn er sich für den höchsten Betrag und dessen Einmalzahlung vor Vertragsbeginn entscheidet, erhält er den günstigsten Strompreis. „Zwar wird diese Sonderzahlung verrechnet, wenn der Verbraucher diesen Tarif verlässt oder die Vertragsbeziehung TelDaFax gänzlich beendet. Doch wäre dieser nicht unerhebliche Betrag auf einem Bankkonto sicherer angelegt“, gibt Henschler zu bedenken.
„In jedem Falle sollte man sich gut überlegen, ob es der günstige Kilowattstundenpreis wert ist, die Risiken einer hohen jährlichen Vorauszahlung einzugehen“, so die Expertin. Denn immerhin trägt der Verbraucher bei solchen Vorauszahlungen das Risiko der Insolvenz des Anbieters. Henschler rät deshalb, sich bei der Wahl eines neuen Stromanbieters nicht allein von günstigen Preisen leiten zu lassen.
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