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Beratungsstellen

Schilddrüsenerkrankung als Volkskrankheit

24.04.2007/Papillon-Schilddrüsen-Gesundheitswoche vom 23.-29.04.2007

„Die Papillon-Studie hat gezeigt, dass Schilddrüsenerkrankungen eine echte Volkskrankheit sind“, sagt Dr. Angela Werrmann von der Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Ab dem 45. Lebensjahr hat ungefähr jeder dritte Bundesbürger einen Schilddrüsenbefund. Ursache ist meist Jodmangel. Er lässt die Schilddrüsenzellen wachsen, damit das wenig vorhandene Jod noch optimal genutzt werden kann. Es bildet sich dann die krankhaft vergrößerte Schilddrüse, auch Struma oder Kropf genannt. Lange Zeit spürt man keine Symptome, aber wenn der Kragenknopf bei gewohnter Kleidung enger wird oder sogar schon Symptome wie Heiserkeit, häufiges Räuspern, Atem- oder Schluckbeschwerden vorhanden sind, dann ist die Erkrankung meist fortgeschritten. Eine Knotenbildung kann als Komplikation der unbehandelten Struma auftreten.
Die Schilddrüse kann nicht nur vergrößert oder knotig sein, sondern sie kann auch in ihrer Funktion gestört sein. Dann produziert sie entweder zu viele Hormone (Überfunktion) oder zu wenige (Unterfunktion). Beides beeinflusst den Stoffwechsel, der entweder gesteigert ist und mit Symptomen wie Nervosität, gesteigertem Appetit und Gewichtsabnahme verbunden ist oder der Stoffwechsel ist vermindert und es treten Symptome wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit und grundlose Gewichtszunahme auf.
Die Ernährung spielt für die richtige Funktion der Schilddrüse eine wichtige Rolle. Deren Einfluss zeigte sich besonders nach dem zweiten Weltkrieg, als aufgrund eines hohen Kohlverzehrs die Anzahl der Kröpfe anstieg. Ursache dafür war, dass die Inhaltsstoffe des Kohls das Jod im Körper reduzierten.
„Allerdings verstärkt bei einer Überfunktion und auch bei Hashimoto Thyreoiditis (einer speziellen Unterfunktion) ein zu hoher Jodgehalt der Nahrung das Krankheitsgeschehen. Jodsalz beim Würzen oder gar die Einnahme von Jodtabletten sind hier tabu“, sagt Dr. Werrmann.

Auffälligkeiten, Beschwerden sowie zusätzliche Jodeinnahmen sollten unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. Dieser kann auch abklären, ob die Schilddrüsenvergrößerung auf einen Jodmangel zurückzuführen ist oder andere Ursachen vorliegen.

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag 10-12 Uhr und 13-15 Uhr,
Dienstag 9-12 Uhr und 13-18 Uhr, Freitag 9-12 Uhr.
Termine unter: 0341-337371-0.
leipzig@upd-online.de


Die Verbraucherzentrale Sachsen und der Sozialverband VdK Sachsen sind die Träger der Regionalen Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link318492A.html