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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

02.05.2007
Verantwortliche Kreditvergabe gefordert

Verbraucherzentrale Sachsen erneut Partner der nationalen Konferenz für Finanzdienstleistungen

„Die Vergabe von Konsumentenkrediten ist für Banken und Sparkassen ein lukratives Geschäft“, weiß Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Deshalb werden immer neue Strategien entwickelt, wie dieser Markt forciert werden kann. Jüngstes Beispiel dafür ist die Kooperation der Deutschen Bank mit der Drogeriekette Rossmann. „Künftig können Verbraucher in der Drogerie nicht nur Zahnpasta kaufen, sondern gleich noch einen Kredit ab 1000 € aufnehmen“, sagt die Finanzexpertin. Eine andere Strategie setzt auf die Verbreitung von Kreditkarten. Dieser Markt ist in Deutschland im Vergleich zum angelsächsischen Raum noch wenig entwickelt. Die Verbraucherzentrale Sachsen sieht in diesem Zusammenhang die wachsende Gefahr der Überschuldung von Verbrauchern und fordert deshalb von der Kreditwirtschaft eine verantwortliche Kreditvergabe.

„Insbesondere die zunehmende Ausgabe von Kreditkarten mit laufender Kreditlinie, auch „revolving credit cards“ genannt, bereitet uns Sorgen“, sagt Andrea Hoffmann. Solche Karten, wie zum Beispiel die „CleverCard“ der Santander Consumer Bank dienen oft dazu, den eigenen Kreditrahmen, unabhängig von den Möglichkeiten bei der Hausbank, zu erhöhen. Diese Kreditkarten sind nämlich nicht an ein Girokonto bei der gleichen Bank gebunden. So hat ein Sparkassenkunde, der seinen Dispokredit bereits ausgeschöpft hat, die Möglichkeit einen weiteren Kredit über die Karte aufzunehmen. “Das birgt die Gefahr, den Überblick zu verlieren und schnell in die Überschuldung zu geraten“, warnt Hoffmann. Begünstigend dafür wirkt, dass die Kunden ihre Monatsrechnung in Raten zurückführen können, wobei nur eine monatliche Mindestrate gefordert wird. Daraus resultiert, dass diese Konten grundsätzlich im Minus geführt werden. Dafür werden dann hohe Zinsen berechnet. Bei der CleverCard liegt der effektive Jahreszins für Darlehen ab 2000 Euro aktuell bei 12,98 Prozent. Extrem teuer wird es, wenn gleich noch eine Restschuldversicherung mit abgeschlossen wird, was regelmäßig der Fall ist. Sie soll einspringen, wenn der Kunde seinen Kartenkredit nicht mehr bezahlen kann. Berücksichtigt man diese Kosten bei der Effektivzinsberechnung, liegen die Zinsen nicht selten zwischen 20 und 30 Prozent.

Restschuldversicherungen werden auch ein besonderes Thema der nationalen Konferenz für Finanzdienstleistungen am 11. und 12. Mai in Hamburg sein. An Hand von konkreten Beispielen wird die Verbraucherzentrale Sachsen Missstände aufzeigen und gemeinsam mit den anderen Teilnehmern aus Wissenschaft und Kreditwirtschaft neue verbraucherfreundlichere Wege diskutieren.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link319892A.html