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Beratungsstellen

Sachsen bei Alkoholabhängigkeit mit an der Spitze

12.06.2007 / Aktionswoche vom 14. bis 18. Juni 2007 mit Veranstaltungen in vielen Städten des Freistaates

Die Sachsen sind bekanntlich ein genussfreudiges Volk. Und so fließt im Alltag so manch guter Tropfen in die sächsische Kehle. Ein Gläschen in Ehren… kann jedoch regelmäßig genossen erhebliche Folgen haben. Deshalb findet vom 14. bis 18. Juni 2007 eine Aktionswoche mit dem Thema „Alkohol – Verantwortung setzt die Grenze“ statt. Ziele der geplanten Kampagne sind vor allem die Reduzierung des Alkoholkonsums in der Bevölkerung, die Stärkung des Bewusstseins für die Problematik und die Überwindung der Stigmatisierung von Menschen mit Alkoholproblemen.

„Besonders wenn Alkohol getrunken wird, um die Stimmung aufzuhellen oder Probleme zu vergessen, besteht die Gefahr einer Alkoholerkrankung“, erklärt Katharina Kitze von der Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Werden durch den Konsum von Alkohol deutlich sichtbare Veränderungen des Verhaltens bewirkt, spricht man von Missbrauch. Wird aus dem Missbrauch ein zwanghaftes Bedürfnis und das Angewiesensein auf den Alkohol, spricht man von Abhängigkeit. Es ist zu unterscheiden zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit. Die psychische Alkoholabhängigkeit zeichnet sich durch das übermächtige und unwiderstehliche Verlangen aus, immer wieder zur Flasche zu greifen und den Alkohol zu brauchen. Die körperliche Abhängigkeit ist hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass immer mehr Mengen an Alkohol getrunken werden müssen, um die gleiche Wirkung zu erzielen und dass bei Unterbrechung des Alkoholkonsums typische Entzugssymptome wie Unruhe, Zittern, Übelkeit und Erbrechen auftreten. In schlimmen Fällen kann es auch zu schweren Krampfanfällen und schließlich zum Delirium kommen, das sich in Halluzinationen, Muskelzuckungen und Krämpfen bis hin zum Koma äußern kann. Die Folgen schweren Alkoholmissbrauchs oder der Abhängigkeit reichen von Kreislaufstörungen, Impotenz über Leberzirrhose, Gedächtnisstörungen bis hin zum Tod.

Bundesweit nimmt Sachsen neben Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bei der Anzahl der alkoholbedingten Sterbefälle einen Spitzenplatz ein. Der Freistaat liegt hierbei mehr als 60 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Nach einer Erhebung des sächsischen Gesundheitsministeriums sind in Sachsen rund 88.000 Menschen alkoholabhängig und ca. 540.000 Sachsen trinken Alkohol in einer Besorgnis erregenden Menge. Das Sozialministerium weist besonders auf die Entwicklung von Alkoholvergiftungen unter Jugendlichen hin. Mussten im Jahr 2003 noch 487 junge Patienten stationär behandelt werden, waren es 2005 bereits 701.

Viele Städte in Sachsen führen vom 14. bis 18. Juni 2007 Aktivitäten zum Thema durch. Insbesondere die Stadt Leipzig bietet eine lange Liste an Veranstaltungen und Ausstellungen. Konkrete Informationen über die Aktionswoche findet man unter www.suchtwoche.de.
Weitere Auskünfte zu Angeboten der Krankenkassen, Therapieeinrichtungen und anderweitigen Hilfsmöglichkeiten bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland.

Unabhängige Patientenberatung Deutschland – UPD gGmbH
Beratungsstelle Leipzig
Brühl 34-38 | 04109 Leipzig
Tel. 0341.337371-0 | Fax 0341.337371-10
leipzig@upd-online.de | www.upd-online.de


Die Verbraucherzentrale Sachsen und der Sozialverband VdK Sachsen sind die Träger der Regionalen Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link327452A.html