07.03.2008 / Millionen Pollenallergiker leiden jede Saison unter eingeschränkter Lebensqualität
Heuschnupfengeplagte trifft es in diesem Jahr wohl härter, denn der milde Winter hat zu einer frühen Blüte geführt. Bei Heuschnupfen, in der Fachsprache auch als „allergische Rhinitis" bezeichnet, reagieren die Schleimhäute von Nase und Augen allergisch auf bestimmte, in der Luft herumfliegende Pflanzenpollen. Gegenwärtig wird die Verbreitung der Pollenallergie in allen Bevölkerungsgruppen bei 40 Prozent vermutet. Sie kann mit allergischem Schnupfen, Augenbindehautentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Hautekzem und allergischem Asthma zu krankheitsbedingter Abwesenheit vom Arbeitsplatz und reduzierter Leistung in Schule oder Beruf führen. Im Frühjahr sind die häufigsten Auslöser vor allem Pollen von Hasel, Erle und Birke, im Sommer und Herbst sind es Gräser und Getreide, Sträucher oder Kräuter. In einigen Fällen kann es auch zur pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie kommen. Dieses Phänomen beruht auf der chemischen Ähnlichkeit der Pollenallergene mit denen aus Obst- und Gemüsesorten. So reagieren Birkenpollen-Allergiker häufig auf rohes
Kern- oder Steinobst und Nüsse, vor allem Haselnüsse. Entscheidend bei der Behandlung sind der zeitige Beginn, bevor sich die Symptome verselbstständigen oder verschlimmern, und die korrekte Bestimmung der Auslöser. Wenn die Beschwerden saisonal auftreten und nach einer längeren Regenperiode nachlassen, sollte man an eine Pollenallergie denken. Als Behandlung stehen Medikamente zur Linderung der Symptome zur Verfügung (Antihistaminika, Kortikosteroide) sowie als „Unempfindlichmachen gegen die Allergene“ die ärztlich durchgeführte Hyposensibilisierung. Diese wird insbesondere Patienten mit allergischem Schnupfen empfohlen, um die Entwicklung von Asthma zu verhindern. Am effektivsten – aber oft nur begrenzt möglich - ist die Allergenvermeidung. Pollenkalender oder Pollenflug-Vorhersagen in Tageszeitungen geben einen Überblick über die Blühperioden der Pflanzen.
Beachten sollte man weiterhin, dass rezeptfreie Medikamente von gesetzlich Versicherten selbst bezahlt werden müssen. Darunter fallen auch Präparate gegen Allergien.
Weitere Informationen zu diesem Thema oder zu anderen gibt es in der Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.
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