Verbraucherzentrale Sachsen rät zum Gasanbieterwechsel
„Es war zu erwarten“, konstatiert Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, „das Festhalten an der Gas-Ölpreis-Bindung und insbesondere das Ansteigen des Rohölpreises führten wieder zu weiteren Preissteigerungen für die Verbraucher auch in Sachsen.“ Der stetige Anstieg des Rohölpreises schlägt sich nun auf den Gaspreis nieder. Von bundesweit über 200 Gasversorgern erhöhen auch in Sachsen voraussichtlich neun Gasversorger ab 1. August bzw. ab 1. September ihre Preise.
Die Spanne der Erhöhungen reicht dabei für einen Durchschnittshaushalt, der jährlich rund 20.000 kWh Erdgas verbraucht, von 6 bis 17 Prozent, was Kostenerhöhungen von 100 bis fast 250 € bringt. Daher empfiehlt der Energieexperte, den Gasmarkt sehr aufmerksam zu analysieren und eine Möglichkeit zum Wechseln dann auch wahrzunehmen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen analysierte dazu die Angebote auf dem sächsischen Gasmarkt in der jeweils betroffenen Region. „Auch wenn der Gasmarkt noch nicht die Entwicklung genommen hat, die wir uns wünschen“, sagt Pause, „mussten wir feststellen, dass im Bereich der jeweiligen Stadtwerke oder Regionalversorger jetzt doch meist mehr als nur ein weiterer Versorger vor Ort sein Angebot offeriert.“ Während in Bautzen bisher nur zwei Gasanbieter dem örtlichen Versorger Paroli bieten, sind es Radebeul, Coswig, Dresden, Chemnitz und Hoyerswerda drei, in Olbernhau und Zittau vier und in Leipzig sogar fünf Anbieter. „Da kann ein Wechsel schon in Betracht gezogen werden,“ ermuntert Pause.
Beim Wechsel sollte Wert auf eine Preisgarantie, also einen Festpreis gelegt werden. Denn die nächste Erhöhung der Erdgaspreise kann auf Grund der Gas-Ölpreis-Bindung und der Tatsache, dass bis vor wenigen Wochen der Rohölpreis auf einem Höchststand war, ziemlich sicher vorhergesagt werden. Da diese Anpassung zeitlich um ein halber Jahr verzögert kommt, fällt sie mitten in die nächste Heizperiode.
„Der in den letzten Tagen in den Medien häufig diskutierte Tipp, dass man hohe Heizkosten auch mit einem warmen Pullover drücken könne, ist dann entbehrlich“, sagt Pause.
Wechselwillige aus den von der Preiserhöhung betroffenen Regionen können sich in den Beratungseinrichtungen der Verbraucherzentrale Sachsen dazu beraten lassen. Unter der Ruf-Nummer 0180-5-797777 (für 0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) können Verbraucher montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr einen Beratungstermin vereinbaren.
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