Nach CMA-Urteil Landwirte und Ernährungswirtschaft noch mehr in der Pflicht
Mit dem gestrigen Urteil (03.02.2009) des Bundesverfassungsgerichtes in Sachen der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) sind die Bauern und die Ernährungsindustrie in der Pflicht, klarer als bisher zu kennzeichnen, dass ihre Produkte aus Sachsen kommen. "Wir brauchen eine Herkunftskennzeichnung für alle Monoprodukte, d.h. für Lebensmittel, die nicht zusammengesetzt sind (wie Mehl, Speiseöle, Milch)", appelliert Uta Viertel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen an Wirtschaft und Politik. "Bei den zusammengesetzten Lebensmitteln muss die Hauptzutat gekennzeichnet werden".
Verbraucher wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Besonders bei Medienberichten über verunreinigte Lebensmittel auf dem deutschen Markt, wie zuletzt Dioxin verunreinigtes Schweinefleisch aus Irland in deutschen Verkaufstheken, erreichen die Verbraucherzentrale Sachsen zahlreiche Anfragen verunsicherter Verbraucher zum Herkunftsort ihrer Lebensmittel.
Aber es gibt auch andere Motive, regionale Lebensmittel zu kaufen: Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Region, Ausreifung und Frische bei Obst und Gemüse, Vermeidung von Emissionen durch weite Transporte und die Erhaltung unserer Kulturlandschaft.
Für sächsische Produkte gibt es einige Regionalsiegel: Das Siegel "Bewährte Qualität! Neutral geprüft." wird von der "Agrar-Marketing Sachen e.V. vergeben. Es signalisiert, dass der Erzeugerbetrieb in Sachsen liegt. Die Rohstoffe müssen allerdings nicht aus Sachsen stammen.
Bei dem Zeichen "Qualität Direkt vom Hof" ist dies anders. Es wird vom Verein Direktvermarktung vergeben und steht für sächsische Produkte direkt vom Erzeugerbetrieb. Die Verbraucherzentrale Sachsen hält in ihren Beratungseinrichtungen in Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda, Leipzig und Riesa eine Übersicht über sächsische Erzeugerbetriebe mit Direktvermarktung bereit. Unter der Dachmarke "FÜR DICH. - Öko-Qualität" werden Bio-Lebensmittel aus Sachsen im konventionellen Lebensmittelhandel angeboten. Weitere Regionalsiegel sind "Ährenwort" und "Öko-Korn" für sächsisches Getreide und "Erdäpfel – Kartoffeln aus Sachsen".
"Es ist gut, dass es diese Zeichen gibt, aber dies ist völlig unzureichend", schätzt Viertel ein. "Denn die wenigsten Produkte lassen erkennen, wo sie hergestellt wurden. Oft haben die Verbraucher leider nicht die Möglichkeit, sich für heimische Lebensmittel zu entscheiden."
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