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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

11.02.2009
Die Süße von Früchten und ihre Folgen

Verbraucherzentrale Sachsen sieht die zunehmende Verwendung von Fruchtzucker kritisch

Fruchtzucker, Inhaltsstoff vieler Obst- und Gemüsesorten gilt für die meisten Verbraucher als gesund. Und manch einer zieht daraus den Umkehrschluss, dass Lebensmittel, denen Fruchtzucker zugesetzt wurde, besonders empfehlenswert sind. Auch die Lebensmittelindustrie setzt manchmal auf dieses Unwissen. Werbeaussagen wie: "mit der Süße aus Früchten" oder "ohne Kristallzucker" zielen darauf ab. Doch tatsächlich, so zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, fördert der im wissenschaftlichen Sprachgebrauch "Fructose" genannte Fruchtzucker Übergewicht und das Ansteigen der Harnsäurewerte im Blut. Das wiederum führt zur Insulinresistenz und damit zur mangelhaften Verwertung von Zucker und anderen energiereichen Nährstoffen durch die Zellen. Fruchtzucker führt nicht zu einer Ausschüttung von Insulin und folglich auch zu keinem Sättigungsgefühl. So wird leicht mehr gegessen, als der Körper braucht.

"Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkungsweise von Fructose im menschlichen Körper muss die Lebensmittelwirtschaft Verantwortung übernehmen und auf den Zusatz von Fructose in den Lebensmitteln verzichten", fordert Uta Viertel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Doch die Lebensmittelindustrie setzt Fruchtzucker zunehmend gerade bei süßen Getränken, in Joghurts und Eis, in Backwaren, Konserven etc. ein. Er lässt sich preisgünstig aus Mais herstellen und hat eine um 20% höhere Süßkraft als der übliche Haushaltszucker, die Saccharose. Somit braucht man weniger davon. In der Zutatenliste findet man dann die Begriffe: Fruktose-Glukosesirup oder Glukose-Fruktosesirup, je nachdem, welcher Zuckeranteil in der eingesetzten Zuckerlösung überwiegt.

"Verbraucher sollten vor dem Kauf von Lebensmitteln sorgfältig das Zutatenverzeichnis lesen", empfiehlt Viertel. Obst und Gemüse hingegen werden solche negativen Wirkungsmechanismen nicht zugeschrieben. Im Gegenteil, sie liefern dem Körper wertvolle Mineralstoffe und Vitamine. Die fruchteigenen Zucker werden meist gut vertragen. Daher gilt die Faustregel, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link541921A.html