Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht gegenüber Rohstoffverwaltungsvertrag der Grand Slam AM Services AG
Die Gesellschaften Grand Slam Services AG und DUX Partners AG, beide mit Sitz im liechtensteinischen Triesen, empfehlen seit Herbst 2008 über ihre in Sachsen tätigen Vermittler Investitionen in Gold, Silber, Platin und Rohöl. "Die uns bekannt gewordenen Schilderungen über den Vertrieb, aber auch der Inhalt des Anlagevertrages selbst veranlassen uns, den Verbrauchern zur Vorsicht zu raten", informiert Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
Immer wieder war in den letzten Monaten zu hören, dass es jetzt sinnvoll sei, insbesondere in Gold zu investieren. Stark verunsicherte Verbraucher sind für solche Meldungen empfänglich. Das wissen auch Anbieter des Grauen, also nicht staatlich überwachten Kapitalmarktes. Die Verwendung weiterer Schlagworte wie "Abgeltungssteuerfreiheit" und "Mehrwertsteuerfreiheit" verleiten dann manchen Konsumenten schnell zu unüberlegten Handlungen.
"Wir kennen Fälle, bei denen die Verbraucher ihre private Rentenversicherung bzw. ihren Bausparvertrag gekündigt haben, um anschließend das aus diesen Verträgen zurückgezahlte und das wieder frei verfügbare Geld neu bei den Liechtensteinern anlegen zu können", bedauert Hoffmann. Derartige Vertragskündigungen gehen mit zum Teil hohen finanziellen Verlusten einher. Und mit der neuen Geldanlage gehen die Verbraucher nicht unerhebliche Risiken ein. Auch Investitionen in Gold-, Silber- oder Platinbarren sind nicht gänzlich sicher. Zinsen werfen solche Anlagen nicht ab, so dass allein auf einen Preisanstieg spekuliert werden muss. "Da gibt es jedoch keine Einbahnstraße", warnt Hoffmann.
Die Preise für Rohstoffe schwanken derzeit ebenfalls deutlich. So stieg im September 2008 - nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise - der Preis je Feinunze Gold von ca. 750 USD in kürzester Zeit auf über 900 USD, um danach ebenso schnell wieder unter 750 USD zu fallen. Und derzeit bewegt sich der Preis wieder bei 937 USD. Im vorliegenden Fall ist außerdem auf die hohen Vertragskosten, in Form von Abschluss- und Verwaltungsgebühren zu schauen. Schließlich sollten Verbraucher nicht außer Acht lassen, dass der Vertrag dem Liechtensteiner Recht unterliegen soll. Kommt es zu Streitigkeiten, muss gegebenenfalls in Vaduz geklagt werden.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
