KarstadtQuelle Versicherungen nicht von Arcandor Schwierigkeiten betroffen
Tägliche Meldungen über die finanziellen Schwierigkeiten des Arcandor Konzerns werfen bei Verbrauchern erste Fragen zu ihren Verträgen bei den Karstadt Quelle Versicherungsgesellschaften auf. Hintergrund ist, dass die Unternehmen Karstadt wie auch Quelle zum Arcandor Konzern gehören. "Versicherungsnehmer der KarstadtQuelle Versicherungen müssen sich jedoch keine Sorgen machen", beruhigt Andrea Hoffmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. "Selbst bei einer Insolvenz des Konzerns Arcandor, des Kaufhausunternehmens Karstadt oder des Versandhauses Quelle, hat dies keine Auswirkung auf ihre Versicherungsverträge."
Von den Schwierigkeiten des Arcandor Konzerns sind die drei KarstadtQuelle Versicherer deshalb nicht betroffen, weil sie dort nicht eingegliedert sind. Seit Januar 2009 gehören sie zu 100 Prozent zu dem ERGO-Versicherungskonzern, der wiederum mehrheitlich zu der Münchner Rückversicherung gehört. Insolvenz ist in dieser Gruppe kein aktuelles Thema.
Viele Verbraucher haben in den letzten Jahren bei einer der KarstadtQuelle Versicherungsgesellschaften vorwiegend Lebens- oder Krankenzusatz-Versicherungen abgeschlossen, die stark beworben wurden. Dabei ging man nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen auch schon einmal zu weit, wie jüngst die Versendung von Formularen, die echten Rezepten sehr ähnlich sahen und für Verunsicherung unter den Angeschriebenen sorgten. "Deshalb haben wir über unseren Berliner Bundesverband im Mai eine Abmahnung der Karstadt Quelle Krankenversicherung AG eingeleitet", informiert Hoffmann.
Unabhängig davon, sorgt sich aber nun mancher Versicherungsnehmer, ob die Versicherungsgesellschaften auch künftig ihren vertraglichen Pflichten überhaupt nachkommen können. Wird die Kapitallebensversicherung ausgezahlt und bekomme ich noch die vereinbarte Leistung für den Zahnersatz, sind Fragen die die Gemüter bewegen. "Diesbezüglich besteht kein Anlass zur Beunruhigung", sagt Hoffmann. Selbst wenn es zu einer Insolvenz des Lebens- oder Krankenversicherers käme, wäre vorgesorgt. Die Verbraucherzentrale Sachsen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es auch in der Versicherungsbranche ähnlich dem Bankenbereich Sicherungssysteme für mögliche Insolvenzfälle gibt. Seit Jahren sind die Lebens- und Krankenversicherer gesetzlich verpflichtet, einem solchem Sicherungsfonds beizutreten. Diesem, namens Protektor, gehören auch die KarstadtQuelle Versicherungen an.
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