Seniorenversicherungen auf dem Prüfstand
Der 9. Deutsche Seniorentag ist Vergangenheit. Wer sich in Leipzig über spezielle Angebote für Senioren informieren wollte, stieß auch auf diverse Offerten von Versicherern. Unfall-, Renten-, Pflege- und Sterbegeldversicherungen wurden dabei vorzugsweise angepriesen. "Viele dieser Verträge entsprechen nicht dem wirklichem Bedarf von Senioren", weiß Andrea Hoffmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
In jedem Fall sollten auch Senioren eine Privathaftpflichtversicherung besitzen. Sie ist weniger für die kleinen Malheure des Alltags gedacht, als für große Schadensfälle. So verursachen beispielsweise immer wieder auch ältere Menschen als Fußgänger im Straßenverkehr Verkehrsunfälle mit erheblichen Schäden bei anderen Personen. In einem solchen Fall tritt die Privathaftpflichtversicherung ein.
Da sich im Laufe der Lebensjahre der Hausrat regelmäßig vergrößert und meistens auch an Wert zugenommen hat, ist zusätzlich eine Hausratversicherung sinnvoll. Wer in einem eigenen Haus wohnt, sollte jedoch nicht nur den Hausrat, sondern unbedingt auch das Gebäude mit einer Wohngebäudeversicherung schützen.
Unfallversicherungen finden sich vielen Seniorenhaushalten. Doch: "Wie sinnvoll eine Unfallversicherung ist, hängt letztlich von ihrer vertraglichen Ausgestaltung ab", informiert Hoffmann. Leistungsstarke Seniorenangebote haben grundsätzlich kein festgelegtes Vertragsende, werten zum Beispiel einen Oberschenkelhalsbruch immer als Unfall und versichern auch Unfälle durch Schlaganfall oder Herzinfarkt mit. Und Vorerkrankungen führen schließlich nicht generell zu einer Leistungseinschränkung. Solche speziellen Angebote sind jedoch teurer als einfache Unfallversicherungen.
Über den Sinn von privaten Pflegeversicherungen scheiden sich die Geister. Fest steht jedoch, dass ein Abschluss jenseits der 60 Jahre richtig teuer wird. Hinsichtlich der Leistungen sollte wenigstens darauf geachtet werden, dass bereits auch in der Pflegestufe 1 hohe Zahlungen erbracht werden. Weiterhin von nicht geringer Bedeutung könnte sein, dass der Versicherer auch dann leistet, wenn die Pflege durch Laien, also in der Regel durch Familienangehörige, erfolgt.
Private Rentenversicherungen kommen häufig ins Gespräch, wenn aus einer Kapital-Lebensversicherung Geld frei wird oder eine Abfindung beim Ausscheiden aus dem Berufsleben gezahlt wird.
"Da im Alter das Geld in erster Linie sicher angelegt werden sollte, ist die in der Praxis oft vorkommende Empfehlung zum Abschluss einer fondsgebundenen Rentenversicherung meistens nicht anlegergerecht", sagt Hoffmann. Und auch die klassische Variante ohne Fonds lohnt sich erst, wenn der Versicherte sehr alt wird.
Sterbegeldversicherungen sind aus Sicht der Verbraucher in der Regel kein gutes Geschäft. Das Geld für eine Beerdigung lässt sich anderweitig besser ansparen. Der Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung ist eine weitere, günstigere Alternative.
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