Verbraucherzentrale: Genaues Hinschauen lohnt sich
Unterschiedlichste Mischungen aus Milch, Joghurt oder Molke und anderen Zutaten füllen die Kühlregale. Obwohl Kakaomilch nach wie vor der Favorit ist, gibt es unter den Milchmischgetränken variantenreiche Kombinationen mit Fruchtsaft, würzenden Zutaten oder Kaffee.
Diese Produkte bestehen zu mindestens 70 % aus Milch oder einem anderen Milcherzeugnis wie Joghurt, Buttermilch oder Molke. Der Fettgehalt im Milchanteil muss auf der Verpackung angegeben werden.
Steht die Kakao- oder Vanillemilch nicht im Kühlregal, sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum geprüft werden. Einige Erzeugnisse basieren auf sterilisierter Milch, die einen deutlich niedrigeren Vitamingehalt aufweist als pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Milch. Auf die Sterilisation muss auf der Verpackung nicht hingewiesen werden, nur sehr lange Haltbarkeit von einem Jahr und mehr deutet darauf hin.
In der Bezeichnung der Produkte wird das beigegebene Lebensmittel genannt, also "Erdbeermilch" oder "Molkedrink Orange". "Hier ist der kritische Punkt", meint Dr. Birgit Brendel, Verbraucherzentrale Sachsen. "Nur der Blick in die Zutatenliste zeigt, wie viel Frucht oder Kakao tatsächlich enthalten ist und ermöglicht damit den Vergleich zwischen zwei Produkten, denn der prozentuale Gehalt dieser so genannten "namengebenden Zutaten" ist im Zutatenverzeichnis zu vermerken." Nachdenklich sollte man werden, wenn im "Joghurtdrink Erdbeere" gerade mal 3,9 % Erdbeerpüree enthalten sind oder in der Zutatenliste des Kaffee-Milch-Getränks "Vanilla" gar keine Vanille aufgeführt ist. Bei einer Vielzahl an Produkten werden Farbe, Geschmack und Mundgefühl mit färbenden Zutaten, Aromen und Dickungsmitteln aufgemöbelt. Kritische Produktwahl ist hier anzuraten.
Beim Konsum sollte man auch bedenken, dass Milchmischgetränke als Durstlöscher nicht geeignet sind. Sie sind dafür zu energiereich. Je nach Energiegehalt und Portionsgröße sind sie eher mit einer kleinen Zwischenmahlzeit vergleichbar. Als Durstlöscher können mit Mineralwasser gespritzte Fruchtmolken oder Buttermilchmischgetränke dienen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt am Ernährungstelefon Auskunft zu Milchprodukten in der Ernährung. Unter der Nummer 0180-5-791352 (0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) werden jeweils montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr Fragen zu diesem Thema, aber auch zu anderen Ernährungsthemen beantwortet.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
