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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

15.07.2009
2.500 Euro Zusatzrente monatlich – schön wär’s

Zusätzliches Geld nur als Gewinn-CHANCE

Es ist schon beeindruckend, wenn älteren Verbrauchern eine lebenslange Zusatzrente von 2.500 Euro versprochen wird und dazu gleich noch der vorläufige Auszahlungsplan für das 1. Bezugsjahr, also jeweils 2.500 € pro Monat beigefügt ist. Die Firma Reader’s Digest: Verlag das Beste aus Stuttgart als Absender dieser Gewinnmitteilungen scheint nicht kleinlich zu sein. "Liest man aber weiter, stellt man schnell fest, dass es sich nur um die Chance auf einen Gewinn handelt", hat Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale Sachsen festgestellt.
Nicht nur in Sachsen erhalten gegenwärtig viele Verbraucher eine derartige Mitteilung, sondern auch in Sachsen-Anhalt ist dies der Fall. Eine Zusatzrenten-Mitteilung, ein Registrierungs-Formular, Klebezettel, Werbung für einen Weltatlas, ein kleiner Umschlag für die Chance auf einen 50.000 €-Sofortbonus usw. stecken in einem Umschlag und sollen den Verbraucher auf seinen Gewinn einstimmen. Die Adressaten werden aufgefordert, Kreuze zu setzen, Marken zu kleben und Rückantworten zu versenden. Die Hoffnung auf einen Gewinn und die lebenslange Zusatzrente veranlassen Verbraucher immer wieder, bei derartigen Spielchen mitzumachen. Die Frage ist nur, wo ist der Haken?

Nach Prüfung stellte die Verbraucherzentrale Sachsen fest, dass es neben der Chance auf eine Zusatzrente um die Abnahme eines Weltatlasses geht oder um das Abonnement einer Monatszeitschrift "Reader’s Digest". Erst einmal zum Testen und mit einer Rückgabegarantie, schreibt Reader’s Digest. Alles freiwillig und zur Freude bekommen die Verbraucher natürlich noch ein Geschenk, meist einen "praktischen" Uhren-Rechner.

Auch der Datenschutz ist gefragt. Auf freiwilliger Basis kann man seine Telefonnummer oder auch die E-Mail-Adresse angeben, wenn man künftig über aktuelle Angebote informiert sein will. Auch seine Kooperationspartner vergisst Reader’s Digest nicht, denn die darf der Verlag, wenn der Verbraucher das Kreuz an der richtigen Stelle setzt, auch noch mit den persönlichen Angaben versorgen.
Schmidt meint, "dass man bei der Weitergabe persönlicher Daten vorsichtig sein soll. Die Papierflut und der übervolle E-Mail-Briefkasten und das vermutlich öftere Klingeln des Telefons sind damit quasi vorprogrammiert." Deshalb rät Schmidt, sich mit einer Einverständniserklärung zurückzuhalten und kein Kreuz zu machen. Jeder Verbraucher sollte genau überlegen, welche Daten er zu Werbezwecken weitergibt.

Bei Fragen zu Gewinnen können Interessierte auch das Beratungstelefon der Verbraucherzentrale Sachsen unter der Telefon-Nummer 0900-1-797777 (1,24 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise ggf. abweichend) immer montags, mittwochs und donnerstags von 9 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr anrufen.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link587001A.html