Bundesweiter Marktcheck: Verbrauchskennzeichnung von Neuwagen in Sachsen nicht zufriedenstellend.
In Sachsen kommen viele Autohäuser ihren gesetzlichen Pflichten nicht nach. Das legt eine Stichprobe in 29 zufällig ausgewählten Autohäusern in Sachsen nahe, die das Klimateam der Verbraucherzentrale Sachsen im Rahmen eines bundesweiten Marktchecks erhoben hat. Getestet wurde, ob die gesetzlich vorgeschriebene Auszeichnung der CO2-Emissionen am Auto, in einem Leitfaden und an einer großen, offen zugänglichen Tafel im Autohaus erfolgt ist.
Lediglich 31 Prozent der untersuchten Autohäuser kennzeichneten vollständig an allen drei Stellen. Damit schneidet der Freistaat Sachsen im Bundesvergleich, wo 46 Prozent der Autohäuser eine vollständige Kennzeichnung aufweisen, sehr schlecht ab. Am Auto kennzeichneten immerhin 62 Prozent der untersuchten Häuser (Bund: 71 %) den Verbrauch. Ähnlich sieht es aus mit dem Leitfaden, der in allen Autohäusern auszuliegen hat, sowie der Infotafel, auf welcher unter anderem der CO2-Ausstoß der Neuwagen vermerkt sein muss.
Beide Anforderungen erfüllen jeweils nur 61 Prozent der untersuchten Autohäuser. Auch damit liegen die Sachsen unter dem Durchschnitt. Bundesweit haben 67 Prozent den Leitfaden ausgelegt und bei 69 Prozent der Händler hängt eine Infotafel, die den gesetzlichen Ansprüchen genügt.
An der Spitze im bundesweiten Vergleich der Autohäuser sind Sachsens Händler nur bei der Nicht-Kennzeichnung. Knapp 14 Prozent, also vier der 29 untersuchten Autohäuser informierten den Kunden gar nicht über den CO2-Ausstoß. Das ist nach Niedersachsen (20 %) und Baden-Württemberg (14 %) der drittschlechteste Wert (Bund: 7 %). Für diesen Stichprobentest wurden zwischen dem 8. und 19. Juni 2009 bundesweit 625 Autohäuser besucht.
"Die Ergebnisse zeigen, dass die Autohändler die gesetzlichen Vorgaben nicht sonderlich ernst nehmen, und Verbraucher es schwer haben, wenn sie sich beim Autokauf klimafreundlich verhalten wollen", beurteilt Julian Fischer, Leiter der Kampagne "für mich. für dich. fürs klima." bei der Verbraucherzentrale Sachsen, die Ergebnisse. "Die zuständigen Verwaltungsstellen sind hier in der Pflicht, für eine Umsetzung der Verordnung zu sorgen."
Die "Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung" (EnVKV) gilt in Deutschland seit dem 01. November 2004. Sie soll es Verbrauchern ermöglichen, den Kraftstoffverbrauch sowie die CO2-Emissionen von Neuwagen direkt miteinander zu vergleichen. Autohersteller und Autohäuser haben die Pflicht, die Angaben direkt am Fahrzeug, im Verkaufsraum und in einem Leitfaden auszuweisen. Die Organisation der Kontrolle für die Umsetzung der PKW-EnVKV fällt in die Zuständigkeit der Länder. In Sachsen sind die Landkreise verantwortlich, bei den Autohäusern die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu überprüfen.
"für mich. für dich. fürs klima."
"für mich. für dich. fürs klima." ist eine Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.
Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln.
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