Verbraucherzentrale Sachsen mit einigen Überlegungen zu Einkauf, Zubereitung und Verzehr
Schon während der Vorweihnachtszeit beschäftigt man sich mit den Vorfreuden auf den Weihnachtsschmaus. Traditionen, ein eventuell verändertes Umfeld und vielfältige Angebote beeinflussen dabei auch die Auswahl des Festtagsbratens. "Wenn die Entscheidung über Ente, Gans oder Wild getroffen wurde, ist in Sachen Auswahl gerade einmal der erste Schritt getan", sagt Jens Luther von der Verbraucherzentrale Sachsen. Entscheidend für das Gelingen des Bratens ist schon die Qualität des lebenden Tieres. Auswirkungen auf Fettgehalt, Fleischstruktur und Geschmack haben unter anderem Alter, Rasse, Auslauf, Fütterung oder Schlachtung. Nicht alle Qualitätsfaktoren sind beim Kauf überprüfbar, Jens Luther empfiehlt daher, "einmal bei den örtlichen Direktvermarktern vorbeizuschauen, da diese Einblicke in die Produktion ermöglichen".
Nicht minder verantwortlich für Bewunderung und Ruhm von Köchin oder Koch ist die Zubereitung. So unterstützen Auswahl und Menge der Gewürze den Geschmack des Bratens. Schon Wilhelm Busch berichtete dazu in "Das Lied zum Braten": "…daß bei der Verwendung der Gewürze sie sich nicht heftig überstürze …" unerlässlich zum Gelingen "…braucht sie Herzensgüte, ein sanftes Sorgen im Gemüte fast etwas Liebe…".
Auf den festlich gedeckten Tisch gehören neben dem Braten die sättigenden Beilagen. Mit Klößen, Kartoffeln und verschiedensten Kohlsorten kann zudem köstliche Vielfalt erreicht werden. Denn mit ebenso viel Hingabe zubereitet, schmecken sie vielen wenigstens genau so gut wie das gebratene Fleisch. Eine große Portion regionaler Gemüse zeichnet sich auch dadurch aus, dass etwas für die Gesundheit, die heimische Wirtschaft und den Klimaschutz getan wird.
Gemäß dem Motto "Mehr schmeckt nicht besser" sind tendenziell kleinere Portionen auch aus dem Grund ratsam, weil so die wenige Zeit bis zum Einbrechen der Dunkelheit für einen Winterspaziergang genutzt werden kann. "Den oft zitierten Verdauungsspaziergang gibt es zwar nicht, dennoch Bewegung macht hungrig und so schmecken Stollen, Pfefferkuchen und Dominosteine beim anschließenden Kaffee gleich viel besser", sagt Jens Luther. Wer allerdings beim köstlichen Festtagsschmaus nicht rechtzeitig mit dem Essen aufhören konnte, verdaut am besten ruhend. "Körperliche Aktivitäten sind in dieser Situation nicht ratsam", so Jens Luther. Ein längeres Verweilen auf der Couch mit eventuellem Mittagsschläfchen kann nun mal ebenso viel Freude bringen wie ein Spaziergang durch die hoffentlich winterliche Landschaft.
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