Alternative Bestattungsvorsorge rentabler
Immer wieder gern werden Sterbegeldversicherungen verkauft. Oft arbeiten diesbezüglich Bestattungsunternehmen, Begräbnisvereine und Versicherer Hand in Hand. "Doch für Verbraucher ist dies nach wie vor kein lukratives, sondern im Gegenteil oft sogar ein Verlustgeschäft", schätzt Andrea Heyer, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen ein. "Wer für seine Bestattung finanziell vorsorgen möchte, ist mit einfachen, sicheren Bankprodukten besser bedient."
Ohne Zweifel kostet ein Begräbnis oft viel Geld. Dieses Argument nutzen die Versicherer und Vermittler, um verunsicherte Verbraucher zum Abschluss einer Sterbegeldversicherung zu bewegen. So wird es wohl auch im Fall eines Ehepaares aus Weißwasser gewesen sein. Das Paar schloss eine Sterbegeldversicherung ab, in die nun schon seit mehr als zehn Jahren monatlich 23,42 € eingezahlt werden. Die vereinbarte Laufzeit des Vertrages beträgt 48 Jahre. Dafür beträgt die garantierte Versicherungssumme 10.226 €. Mit Überschussbeteiligung stellte der Versicherer zuletzt zum 31.03.2047 einen Betrag von 12.437 € in Aussicht. "Für sich genommen mögen diese Zahlen einen Laien beeindrucken", sagt Heyer. "Doch wenn die Rendite für diesen Vertrag berechnet wird, kommt das große Entsetzen, denn diese beträgt minus 0,34 Prozent. Das heißt, hier wird Geld vernichtet. Und das ist kein Einzelfall."
Sinnvoller und wirtschaftlicher ist es in diesem Fall, Geld mit klassischen Sparprodukten anzusammeln. Dafür eignen sich zum Beispiel Banksparpläne. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Anbietern, die monatliche Sparraten von nur 25 € akzeptieren. Mit günstigen Angeboten sind derzeit Renditen von deutlich über drei bis gut vier Prozent pro Jahr zu erzielen. Wer sich heute beispielsweise für einen Sparplan mit einer Rendite von 3,85 Prozent pro Jahr entscheidet, hat bei einer monatlichen Einzahlung von 25 € nach 25 Jahren 12.505 € zusammen. Das Ehepaar aus Weißwasser hat dagegen erst nach 48 Jahren etwa den gleichen Betrag zusammen - wenn überhaupt, denn die Überschüsse sind ja nicht garantiert.
Verbraucher, die das Thema Finanzierung der Bestattungskosten beschäftigt, können sich persönlich und anbieterunabhängig in der Verbraucherzentrale Sachsen beraten lassen. Zusätzlich wird am 10. März 2010 um 17 Uhr im Leipziger Beratungszentrum, Brühl 34-38 ein Vortrag (2,50 € Eintritt) rund um das Thema Sterbegeldversicherung angeboten.
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