Gleichnamige Versicherungspakete für Kinder selten optimal
Hübsche Produktnamen helfen dem Versicherungsvertrieb. So werden kurz vor dem Schulanfang Eltern und Großeltern öfters mit Biene Maja, Fix und Foxi oder Tabaluga konfrontiert. Dabei kommen die bekannten Figuren nicht als Plüschtier für die Zuckertüte daher, sondern in Form von Versicherungspaketen. Und da die meisten Eltern für ihre Kinder nur das Beste wollen, glauben sie in diesem Fall oft, viel (Versicherungsschutz) hilft viel. "Doch wie immer sind in solchen Paketen Leistungen enthalten, die weniger sinnvoll sind", informiert Andrea Heyer, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
Regelmäßig enthalten derartige Juniorpakete eine Unfall-, eine Krankenzusatz, eine Renten- oder Ausbildungsversicherung. Manchmal findet sich darin auch noch eine Pflegeversicherung. "Aus unserer Sicht ist davon lediglich die Unfallversicherung wichtig", sagt Heyer. Noch mehr Schutz bietet allerdings die Kinderinvaliditätsversicherung, die nicht nur finanziellen Schutz im Zusammenhang mit einem Unfall verschafft, sondern auch bei Krankheiten. "Besser ist es also, diese separat abzuschließen, als drei weniger wichtige Versicherungen im Paket mit einzukaufen", meint Heyer.
Erweiterter privater Krankenversicherungsschutz hört sich zwar wichtig an, doch sollte der Inhalt hinterfragt werden. Chefarztbehandlung im stationären Bereich klingt zunächst gut, doch Kassenpatienten ohne Zusatzversicherung werden von diesem auch behandelt, wenn es medizinisch erforderlich ist. Schließlich sollte ferner darauf vertraut werden können, dass andere Ärzte ihr Handwerk ebenso verstehen. Das im Zusammenhang mit der Chefarztbehandlung angebotene Ein- oder Zweibettzimmer muss – gerade auch für Kinder – nicht unbedingt das Richtige sein. Und auf ein paar Euro Krankenhaustagegeld werden die Eltern in der Regel verzichten können.
Im ambulanten Bereich werden zum Beispiel Leistungen für Zahnersatz eingeschlossen, die jedoch in jungen Jahren selten benötigt werden. Das Pflegerisiko, welches mitunter im Versicherungspaket eingeschlossen ist, kann zwar auch ein Kind treffen – statistisch gesehen, trifft es aber doch eher Senioren.
Die Ausbildungs- oder Rentenversicherungen wiederum sollen der Kapitalbildung dienen, werden aber meistens nicht über die vereinbarte lange Laufzeit aufrecht erhalten, sondern vorzeitig unter finanziellen Verlusten gekündigt. Auch hier entscheiden sich Eltern und Großeltern besser für ein separates, flexibleres Produkt. Anbieterunabhängige Entscheidungshilfe im Versicherungs-, Spar- und Anlagebereich bietet die Verbraucherzentrale Sachsen an.
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