25.11.2010 / Behandlungsmöglichkeiten bei psychischen Erkrankungen
Nicht die körperliche Gesundheit allein ist für unser Wohlbefinden verantwortlich. Durch alltägliche Belastungen in Beruf und Partnerschaft, aber auch als Begleit- oder Folgeerkrankungen von schweren körperlichen Beeinträchtigungen, können sich psychische Störungen entwickeln. Diese haben dann ebenfalls Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die körperliche Konstitution und die Abwehrkräfte.
Psychische Erkrankungen sind jedoch häufig noch ein Tabuthema. Dabei nimmt die Anzahl der psychischen Krankheiten in der Bevölkerung weiterhin zu. Dies bestätigte jüngst der DAK Gesundheitsreport 2010. Nach Ergebnissen des Bundes-Gesundheitssurveys erkrankt etwa jeder dritte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. Das sind in Deutschland über 16 Millionen erwachsene Menschen zwischen 18 und 65 Jahren im Jahr. Psychische Erkrankungen sind also alltäglicher als es allgemein wahrgenommen wird.
Die Betroffenen und ihre Angehörigen leiden besonders, weil die psychischen Erkrankungen von anderen immer noch nicht als echte Krankheiten anerkannt werden. So bekommen sie oft Sätze zu hören, wie "Der soll sich mal nicht so anstellen." oder "Reiß dich einfach mal zusammen". Diese Sprüche können sehr belastend sein und sind obendrein nicht korrekt. Denn genau das können die Betroffenen aufgrund der Erkrankung nicht. Psychische Störungen sind Krankheiten wie körperliche Erkrankungen auch. Und je eher eine Behandlung einsetzt, desto größer sind die Heilungschancen. Die Möglichkeiten, das Problem anzugehen, sind vielfältig. Einige psychisch belastete Personen holen sich Hilfe durch Gespräche mit anderen Betroffenen, z.B. innerhalb einer Selbsthilfegruppe. Manche können durch eine psychosoziale Beratung den richtigen Weg zur Heilung oder Linderung finden. Viele Menschen, die von psychischen Problemen betroffen sind, würden jedoch am ehesten von einer ambulanten Psychotherapie profitieren. Dabei handelt es sich um eine Behandlung, die vor allem auf Gesprächs- und Verhaltensmethoden basiert. In einer Psychotherapie wird der Betroffene also durch den Therapeuten unterstützt, um systematisch an der Lösung oder Klärung bestimmter Probleme oder Konflikte zu arbeiten.
Seit langem gehört die Psychotherapie zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Nach den Psychotherapie-Richtlinien werden die drei Therapieformen analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie von den Kassen übernommen. Zu einem Psychotherapeuten kommt man durch Überweisung durch den Hausarzt. Es gibt auch die Möglichkeit, sich direkt an einen Psychotherapeuten zu wenden und dort die 10 Euro Praxisgebühr zu zahlen. In vielen Gebieten ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Eine Psychotherapiesitzung dauert 50 Minuten und wird meist im Wochenrhythmus durchgeführt. Es gibt die Möglichkeit, die Behandlung je nach Art und Schwere der psychischen Störung als Lang- oder Kurzzeittherapie durchzuführen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen und der Sozialverband VdK Sachsen sind die Träger der Regionalen Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.
