Ein Unternehmen namens First-Class-Reisen, das bezüglich weiterer Firmenangaben lieber inkognito bleibt, hatte in diesen Tagen nicht nur eine ältere Dame aus Leipzig-Markranstädt verblüfft, sondern auch außerhalb Sachsens, sogar bis zur Ostseeküste für Aufregung gesorgt.
So erhielt mancher ein Entschuldigungsschreiben von diesem Reiseunternehmen, weil der Bus zur Kaffeefahrt im letzten Sommer angeblich nicht rechtzeitig genug an der vereinbarten Haltestelle eingetroffen war und der Hauptpreis im Wert von 149 Euro deshalb im Bus liegen geblieben sei. Das sollte für die Markranstädterin jetzt mit einer Einladung in ein Hotel am Rande der Stadt Leipzig nachgeholt werden. Neben dem Hauptpreis waren noch „Geschenke für die Dame und den Herrn“ versprochen worden, ein großer Präsentkorb, eine Rückerstattung der Anfahrtskostenpauschale in Höhe von 5 Euro und für jeden zusätzlich mitgebrachten Kunden noch einmal 20 Euro in bar.
Da kann man doch nicht Nein sagen, oder? Die Markranstädterin fiel auf diesen Dummenfang nicht herein. Schließlich wollte sie auch im letzten Sommer nicht mit First-Class-Reisen auf Tour gehen, weshalb eine Entschuldigung an sie jetzt völlig überflüssig war.
Sachsen Verbraucherschützer raten allen, für die Verkaufsveranstaltungen kein Freizeitvergnügen sind, solche Einladungen zu ignorieren. Vermutlich geht es auch First-Class-Reisen nur um den Verkauf von Reisen, die man im Reisebüro vor Ort sicher günstiger haben kann. Wirkliche Gewinne wird es nach Auffassung der Verbraucherschützer auf solchen Veranstaltungen nicht geben. Auch wenn der Name First-Class-Reisen viel versprechend klingt und eine Verwechslung mit dem First-Reisebüro, das rund 400 Filialen bundesweit betreibt, vielleicht sogar beabsichtigt ist, liegt hier eher eine First-Class-Veräpplung vor.
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