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Änderung bei EEG-Umlage und Pendlerpauschale: Was bedeutet das für Sie?

Stand:
Da die Energiekosten aus verschiedenen Gründen gerade deutlich ansteigen, hat die Bundesregierung beschlossen Verbraucher:innen durch Änderungen bei EEG-Umlage und Pendlerpauschale sowie mit weiteren Maßnahmen finanziell zu entlasten.
Geldscheine sind vor einem Stromzähler zu sehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EEG-Umlage wurde im Januar 2022 gesenkt und entfällt seit dem 1. Juli 2022 komplett.
  • Die Pendlerpauschale wird erhöht.
  • Für Geringverdienende sind Direktzahlungen vorgesehen.
  • Höhere Steuerfreibeträge und ein Heizkostenzuschuss sollen für zusätzliche Entlastung sorgen.
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Schon seit einigen Monaten sind die Kosten für Strom, Gas, Heizöl und Sprit deutlich angestiegen. Nun hat sich die Bundesregierung auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, dass Verbraucher:innen entlasten soll. Was günstiger wird und was das für Sie bedeutet.

 

EEG-Umlage wird abgeschafft

Zum 1. Juli 2022 wird die EEG-Umlage auf null gesenkt. Bereits zum 1. Januar 2022 war sie schon auf 3,72 Cent pro kWh (netto) gesunken - zuvor lag sie bei 6,5 Cent pro kWh. Zum Stichtag 1. Juli 2022 müssen Stromanbieter den Preis um die Höhe der EEG-Umlage mindern. Dies gilt laut Gesetz für alle Tarife mit Ausnahme von Tarifen, die ab dem 23. Februar 2022 geschlossen wurden und eine Preisgarantie haben, die auch die Entwicklung der EEG-Umlage umfasst. Tarifänderungen zum Stichtag 1. Juli 2022 aus anderen Gründen sind nicht zulässig.

 

Auswirkungen auf die Abschläge beim Stromanbieter

Die Abschläge, die Sie an Ihren Stromanbieter zahlen, sind von dieser Änderung erst einmal nicht betroffen. Diese werden als Pauschalbetrag vereinbart und bei der Jahresendabrechnung mit den Kosten des eigentlichen Stromverbrauchs verrechnet. Die EEG-Umlage bemerken Sie also erst dadurch, dass Ihre Nach- oder Rückzahlungen in anderer Höhe ausfallen.

Möchten Sie eine genaue Trennung in der Jahresrechnung haben, dann lesen Sie ihren Zählerstand ab und teilen Sie dem Versorger den Wert mit.

Achten Sie am besten also weiterhin darauf, nicht zu viel Strom zu verbrauchen, um einer bösen Überraschung vorzubeugen. Unsere Tipps zum Stromsparen zeigen wie.

 

Heizkostenzuschuss im Sommer 2022

Die Regierung plant im Sommer 2022 einen Heizkostenzuschuss auszuzahlen. Dieser soll besonders Haushalte, die Wohngeld beziehen, Studierende mit BAföG und Auszubildende mit unterstützenden Leistungen entlasten. Der Gesetzesentwurf  sieht Zuschüsse in folgender Höhe vor:

  • 270 Euro für Wohngeld-Empfänger. Dieser Betrag erhöht sich auf 350 Euro bei zwei Personen im Haushalt. Für jedes weitere berechtigte Familienmitglied gibt es zusätzlich 70 Euro.
  • 230 Euro für Studierende mit BAföG sowie Azubis mit Ausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld und Aufstiegsgeförderte

Wann das Geld ausgezahlt wird, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Manche Bundesländer zahlen den Zuschuss am 1. Juli 2022, andere erst in den darauffolgenden Monaten.

 

Pendlerpauschale steigt auf 38 Cent pro Kilometer

Auch die Ausgaben für Mobilität sind gestiegen –  das betrifft unter anderem Berufspendler. Wer weiter als 21 Kilometer vom Arbeitsort entfernt wohnt, kann deshalb mit der nächsten Steuererklärung für die einfache Wegstrecke pro Arbeitstag 38 Cent pro Kilometer geltend machen. Zuvor waren es 35 Cent. Dies ist rückwirkend zum 1. Januar 2022 möglich. Zusätzlich möchte die Regierung die Entfernungspauschale aber noch in dieser Legislaturperiode überarbeiten, um ökologische und soziale Belange der Mobilität besser zu berücksichtigen.

Wenn Sie einen kürzeren Arbeitsweg haben oder nicht von Steuervergünstigungen profitieren, spüren Sie die Entlastungen durch die Pendlerpauschale nicht. Beziehen Sie aber Arbeitslosenunterstützung oder Grundsicherung sollen Sie als Ausgleich eine Einmalzahlung von 100 Euro erhalten. Wann Sie mit der Zahlung rechnen können, ist bisher nicht eindeutig festgelegt.  

 

Höhere Freibeträge bei der Steuer und weitere Entlastungen

Zusätzlich zur Pendlerpauschale sollen auch der Arbeitnehmerpauschbetrag und der Grundfreibetrag erhöht werden. Beides gilt ebenfalls rückwirkend zum 1. Januar 2022:

  • Der Arbeitnehmerpauschbetrag (oder Werbekostenpauschale) steigt um 200 Euro auf 1200 Euro an.
  • Der Grundfreibetrag erhöht sich um 363 Euro und liegt dann bei 10.347 Euro.

Durch diese Maßnahmen könnte eine Steuerrückzahlung unter Umständen etwas höher ausfallen.

Zum 1. Juli 2022 soll außerdem der im Koalitionsvertrag vereinbarte Sofortzuschlag für Kinder kommen, die besondere Unterstützung benötigen. Das heißt: Kinder aus Familien, die sich in der Grundsicherung befinden oder von Armut betroffen sind, erhalten dadurch 20 Euro pro Monat.