Jeder Dritte nimmt sie, die wenigsten brauchen sie

Pressemitteilung vom

Aktuelle Umfrage und neues Portal der Verbraucherzentralen sorgen für Klartext bei Nahrungsergänzungsmitteln

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In Deutschland werden jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben. Eine aktuelle, repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt, dass jeder Dritte Nahrungsergänzungsmittel einnimmt. Und das, obwohl der Großteil der hiesigen Bevölkerung ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. "Zudem erfahren Verbraucher zu wenig über die Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln und unterschätzen sie daher", erklärt Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

So zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass 51 Prozent der Verbraucher meinen, dass Nahrungsergänzungsmittel eine für die Gesundheit "sehr förderliche" bis "eher förderliche" Wirkung haben. Von den Verwendern von Nahrungsergänzungsmitteln stimmen dieser Aussage sogar 83 Prozent zu. In der Regel sind sie aber so gut mit Nährstoffen versorgt, dass sie eine Ergänzung gar nicht benötigen. Bei ausreichender Nährstoffversorgung führt eine zusätzliche Nährstoffaufnahme über Nahrungsergänzungsmittel deshalb nicht zu einer Verbesserung körperlicher und geistiger Leistungen, sie kann sogar mit Risiken für die Gesundheit einhergehen.

"Nahrungsergänzungsmittel sind keine normalen Lebensmittel. Wir brauchen dringend klare Regeln für sinnvolle Dosierungen und definierte Anforderungen an die Inhaltsstoffe. Wir fordern eine behördliche Prüfung bzw. staatliche Zulassungsverfahren für Nahrungsergänzungsmittel. Viele Anbieter vermitteln Verbraucherinnen und Verbrauchern, sie würden ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Häufig aber sind solche Produkte Geldverschwendung, manchmal sogar gesundheitsgefährdend", kritisiert Dr. Birgit Brendel.

Die Verbraucherzentralen schalten deshalb das neue Internetangebot www.klartext-nahrungsergaenzung.de. Das Online-Angebot bietet verlässliche Orientierung und Informationen über die Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln. Nutzer haben die Möglichkeit, sich aktiv mit Fragen, Beschwerden und Umfragen zu beteiligen.

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