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Vogelgrippe: Die Gefahr ist in dieser Saison wohl gebannt

Stand:

In den letzten Monaten ist in einigen Geflügelbetrieben das Vogelgrippevirus nachgewiesen worden. Deshalb galt in bestimmten Regionen eine Stallpflicht. Aber die Gefahr der Ausweitung auf weitere Betriebe wird offenbar geringer. Die Stallpflichten wurden weitgehend aufgehoben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In einigen Nutztierbeständen ist im vergangenen Herbst und Winter das Grippevirus nachgewiesen worden. Sperrbezirke sowie Beobachtungsgebiete sind um die betroffenen Betriebe eingerichtet worden.
  • Die behördlich angeordnete Aufstallungspflicht für geflügelhaltende Betriebe wurde nun weitestgehend aufgehoben.
  • Eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus auf Menschen über Lebensmittel gilt als unwahrscheinlich.
Dutzende Puten stehen gedrängt in einem Stall.
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Die Einschleppung des Geflügelgrippe-Virus erfolgt auch diesmal über Zugvögel. Nachdem in mehreren Bundesländern das Virus bei Wildvögeln im Herbst 2020 nachgewiesen wurde, sind Vogelgrippefälle auch in Nutztierbeständen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern, NRW und Thüringen aufgetreten.

Alle Tiere der Betriebe wurden getötet und jeweils ein Sperrbezirk im Radius von 3 Kilometern sowie ein Beobachtungsgebiet im Radius von 10 Kilometern eingerichtet. Im Sperrbezirk galt daraufhin eine Stallpflicht und im gesamten Beobachtungsgebiet (inklusive Sperrbezirk) konnten weder Eier, frisches Fleisch noch Geflügel aus den Betrieben verkauft werden.

Als erstes Bundesland hatte das Land Schleswig-Holstein im November eine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Weitere Bundesländer folgten: Mecklenburg-Vorpommern (für einige Landkreise), Sachsen (einige Landkreise) sowie Niedersachsen, Bayern (jeweils für einige Gebiete) und NRW (für den Regierungsbezirk Detmold, Arnsberg und Münster).

Durch diese Stallpflichten sollte verhindert werden, dass weitere Nutztiere mit dem Vogelgrippevirus infiziert werden.

Diese Gefahr ist nun wohl gebannt. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) stufte bereits Ende April das Risiko von hoch auf mäßig zurück. In den meisten Landkreisen wurden die behördlich angeordneten Stallpflichten aufgehoben. Lediglich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gelten Mitte Mai in einigen wenigen Kreisen weiterhin Aufstallungspflichten. Aber auch dort werden deutlich weniger Vogelgrippeausbrüche gemeldet.

Kennzeichnungsregelungen für Eier während einer Aufstallungspflicht

Nach europäischem Recht ist festgelegt, dass Eier von Legehennen, die nach behördlicher Anordnung 16 Wochen lang nicht mehr einen Auslauf im Freie nutzen durften, dann auch nicht mehr als Freilandeier verkauft werden dürfen. Die Eier müssen dann als Bodenhaltungseier deklariert werden.

Durch die Aufhebung der Stallpflichten dürfen die Legehennen wieder ins Freie und ihre Eier können als Freilandeier vermarktet werden.

Bio-Eier dürfen auch während einer längeren Aufstallungspflicht als Bio-Eier vermarktet werden. Grund hierfür ist, dass für Bio-Eier neben dem Auslauf noch weitere Kriterien erfüllt sein müssen, wie z.B.: mehr Platz und Einstreu im Stall und ökologische Futtermittel.

Geflügelhalter sollten ihre Tiere von Wildvögeln fernhalten

Doch für eine vollständige Entwarnung ist es noch zu früh. Das Friedrich-Löffler-Institut weist darauf hin, dass der Frühjahrsvogelzug nordischer Wasservögel aufgrund des kalten Frühjahres noch nicht ganz abgeschlossen ist. Daher sollten auch weiterhin Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Halten Sie Nutz- und Heimtiere weiterhin von Futter- und Wasserstellen, an denen sich Wildvögel aufhalten, unbedingt fern.

Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner, Puten und Enten befällt. Eine Übertragung auf den Menschen durch den Verzehr von Eiern, Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten wird von Experten als unwahrscheinlich bewertet.

Der Virus H5N8 war im Winter 2016/17 mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen und löste damals die bislang größte Vogelgrippe-Krankheitswelle in Deutschland und Europa aus. In deren Folge gab es eine wochenlange großflächige Stallpflicht für Geflügel in einigen Regionen Deutschlands.