Tierwohl: Verbraucher*innen müssen Haltungsbedingungen erkennen können

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Die Produktion tierischer Lebensmittel ist in den letzten Jahren bei Verbraucher*innen und im Handel zunehmend in den Fokus gerückt. Tierschutz bezieht sich dabei nicht nur auf die Haltungsbedingungen, sondern auch auf das Tierwohl, das heißt die Gesundheit des Tieres und die Möglichkeit natürliches Verhalten ausüben können. Für weite Teile der Verbraucherschaft ist Tierwohl in der Landwirtschaft wichtig, allerdings wissen die Meisten nicht, woran sie Fleisch aus Tierhaltung mit höherem Standard erkennen können[1].

Jemand hält zwei Hackfleischpackungen in der Hand, auf denen Haltungs-Logos stehen.
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1. Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert, dass das staatliche Tierwohllabel schnellstmöglich national eingeführt wird.
#wirfürverbraucher
2. In einem zweiten Schritt muss sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für eine verpflichtende Kennzeichnung einsetzen.
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3. Gesetzliche Mindeststandards müssen für alle Nutztiere festgelegt und eingehalten werden.
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Auch für Tiergruppen, wie Milchkühe und Puten, für die nur die allgemeinen Anforderungen aus dem Tierschutzgesetz gelten, muss die Haltung im Detail geregelt werden.
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Grundsätzlich müssen bestehende Regelungen konsequent durchgesetzt und kontrolliert werden.
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4. Auch die Überwachung der Tiergesundheit und des Tierwohls muss künftig bereits im Stall oder auf der Weide erfolgen und nicht erst am toten Tier (Tierwohlmonitoring).
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So haben Verbraucher*innen die Sicherheit, dass die Tiere während der Haltung und vor der Schlachtung gut behandelt wurden.
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5. Betriebe, die auffallend viele Tiere mit Krankheitsanzeichen an die Schlachthöfe liefern, müssen verstärkt überprüft werden.
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Begriffe wie "artgerecht" oder "tiergerecht" sind gesetzlich nicht definiert, werden aber vielfach werblich eingesetzt, auch wenn nur die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten werden.

Für ein staatliches Tierwohllabel

Unklare Begrifflichkeiten und das Suggerieren einer "ländlichen Idylle" in Aufmachung und Werbung führen zum Vertrauensverlust bei Verbraucher*innen. Laut „Deutschland, wie es isst – Ernährungsreport 2019“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wünschen sich 81 Prozent der Verbraucher*innen ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen[2].


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