SACHSENWEITE VERANSTALTUNGEN & AKTIONEN ZU DEN SÄCHSISCHEN ENERGIETAGEN 2024: Jetzt Platz sichern!

Urteil gegen Schlüsseldienst-Firma: Prozess zeigt bundesweites Problem

Stand:
Zwei Verantwortliche der Deutschen Schlüsseldienst Zentrale sind am 7.8.2018 verurteilt worden. Sie sollen rund 700.000 Aufträge vermittelt haben. Das System: Betrug und Steuerhinterziehung. Die Verbraucherzentralen erreichen fast täglich neue Fälle von Abzocke bei Schlüsseldiensten.
Ein Handwerker öffnet eine zugefallene Tür.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Betrug und Steuerhinterziehung: Das Landgericht Kleve hat zwei Betreiber einer Schlüsseldienstfirma zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
  • Die beiden haben ortsansässige Notdienste vorgegaukelt und Handwerker vermittelt, die oft zu völlig überzogenen Preisen gearbeitet haben.
  • Eine normale Türöffnung kostet je nach Tageszeit und Wochentag etwa 70 bis 120 Euro – das hat eine Umfrage der Verbraucherzentralen im Herbst 2017 ergeben.
Off

Wer ohne Schlüssel vor der eigenen Tür steht, braucht schnelle Hilfe. Doch Verbraucher, die einen vermeintlich ortsansässigen Schlüsseldienst rufen, geraten häufig an unseriöse, bundesweit agierende Unternehmen. Die Monteure vor Ort nötigen die Betroffenen nicht selten, 1000 Euro für eine Türöffnung zu bezahlen, die bei seriösen Unternehmen je nach Tageszeit und Wochentag etwa 70 bis 120 Euro gekostet hätte (so eine Umfrage der Verbraucherzentralen im herbst 2017). In ihrer Not bezahlen die meisten Verbraucher. Sie erhalten Rechnungen mit gefälschten Arbeitsleistungen oder Adressen und haben so später kaum noch Möglichkeiten, sich rechtlich zu wehren.

Vor dem Landgericht Kleve sind nun zwei Angeklagte verurteilt worden, die ein kriminelles System aufgezogen und über zehn Jahre in rund 700.000 Fällen Notdienste in ganz Deutschland vermittelt haben.

Kunden über Online-Anzeigen geködert

Sie haben Hilfesuchende mit Online-Anzeigen geködert und trotz Telefonnummern mit örtlichen Vorwahlen auf ihre Zentrale in Geldern weitergeleitet. Von dort aus wiederum vermittelten sie Handwerker, die oft überzogene Rechnungen geschrieben oder die Türen der Kunden sogar absichtlich beschädigt haben. Das Landgericht hat die beiden unter anderem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der in Kleve verhandelte Fall steht aber nur exemplarisch für ein bundesweites Problem. Wir hoffen deshalb, dass das Urteil den Auftakt zu weiteren, bestenfalls bundesweiten Ermittlungen gegen die weitverzweigten Netzwerke unseriöser Monteure markiert.

BMUV-Logo

Mercedes GLK auf einem Parkplatz

Diesel-Urteil: Musterklage gegen Mercedes erfolgreich

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte im Zuge des Diesel-Skandals im Jahr 2021 eine Musterfeststellungsklage gegen die Mercedes-Benz Group AG eingereicht. Das Oberlandesgericht Stuttgart entschied, dass Mercedes Verantwortung für die bewusste Manipulation von Abgaswerten übernehmen muss.
Hausfront mit mehreren Balkonen mit Steckersolarmodulen

Neue Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt heute, was gilt (noch) nicht?

Für Balkonkraftwerke gelten zahlreiche Vorgaben, die politisch oder technisch definiert sind. Was ist heute erlaubt und was nicht? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Änderungen und Vereinfachungen.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen beschweren sich immer mehr Menschen über das Produkt "Healy". Verkäufer:innen behaupten, das Medizinprodukt würde beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen helfen. Die Wirksamkeit von "Healy" ist aber nicht wissenschaftlich bewiesen.