Bankenkonkurrenz: Die jungen Wilden kommen

Pressemitteilung vom

Angebote alternativer Finanzdienstleister haben für Verbraucher noch so manchen Haken

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Mit neuen Ideen mischen seit einiger Zeit junge Unternehmen, sogenannte Fintech, die Bankenbranche auf. Dies kann sich zum Vorteil für Verbraucherinnen und Verbraucher entwickeln – muss es aber nicht. Das zeigt ein aktuelles Beispiel: Die NUMBER 26 GmbH mit Sitz in Berlin, die mit der Wirecard Bank AG (Aschheim) kooperiert.

NUMBER 26 wirbt im Internet für ein kostenloses Girokonto, welches einfach mit dem Smartphone geführt wird. "Das kommt bei Verbrauchern in Zeiten der weit verbreiteten Entgelterhöhungen bei Banken und Sparkassen gut an", weiß Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. "Wie immer lohnt es jedoch auch hier, das Kleingedruckte zu lesen."

Abhebungen und Einzahlungen mittels Smartphone sind für Kunden von NUMBER 26 bei den Akzeptanzstellen – das sind Partnergeschäfte – möglich. Derzeit gibt es in Deutschland rund 6.000 solcher Partner. Wer nicht in den Ballungszentren lebt, hat diesbezüglich Nachteile, denn die mitwirkenden Supermarktketten oder Buchhandlungen sind dort nicht zu finden. Abhebungen sind allerdings auch an Geldausgabeautomaten mittels der dazugehörigen Kreditkarte kostenlos möglich.

Ganz kostenfrei ist die Kontoführung allerdings nicht. Einzahlungen, die den monatlichen Freibetrag von 100 Euro überschreiten, sind kostenpflichtig. 1,5 Prozent werden auf den Mehrbetrag verlangt. "Wer in einem Monat 500 Euro auf sein Konto einzahlt, muss dafür immerhin 6 Euro berappen", hat Heyer errechnet. Darüber sind die Kunden dann doch nicht begeistert, wie erste Beschwerden zeigen.

Frust entstand auch bei denjenigen Kunden, denen die Girokonten von dem Unternehmen bereits wieder zum 01. August gekündigt wurden. "Hintergrund scheint zu sein, dass diese Kunden dem Unternehmen nicht rentabel genug waren", glaubt Heyer. So führt der Ausflug in die neue, schöne Welt der Fintech schnell zur Ernüchterung. Die Jungunternehmer sind gut beraten, keine Schnellschüsse abzufeuern, sondern gut überlegt und vorbereitet in den Markt einzusteigen. Dabei sollten sie auch dem Verbraucherschutz die nötige Aufmerksamkeit widmen, wenn sie langfristig am Markt bleiben wollen. Diese Empfehlung an sie erging auch von der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Konferenz zu Finanzdienstleistungen (Hamburg), die sich dem Thema Digitalisierung in der Kundenbeziehung widmete.

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