Kleiner Kredit, große Kosten

Pressemitteilung vom
Auf der Suche nach einer kurzfristigen Finanzspritze stoßen Verbraucher*innen auf Vermittler von Mini- und Kurzzeitkrediten. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt: Das kann sehr teuer werden!
Taschenrechner mit Text "Kredit" auf Euro-Geldscheinen

Geldanlage und Kreditberatung

Mini- und Kurzzeitkredite im Internet können teuer werden

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Mini- und Kurzzeitkredite, vertrieben über das Internet, sind in Deutschland bereits seit längerer Zeit angekommen und gut beworben. Immer mehr vorwiegend, aber nicht nur ausländische Unternehmen bieten diese kleinen Finanzspritzen an. Ein Fall aus Wilsdruff belegt einmal mehr, dass der Rettungsanker in der Not mit hohen Kosten für Serviceleistungen verbunden ist.

Wegen eines kurzfristigen Finanzbedarfs suchte die Dame aus Wilsdruff im Internet nach einem Angebot. Dabei stieß sie auf den Berliner Anbieter VEXCASH AG, einem Vermittler von Kurzzeit- und Minikrediten, der nach eigenen Angaben unter anderem von der Raisin Bank, die ihren Sitz in Frankfurt/Main hat, „gepowert“ wird. „Doch powervoll lief es für die Betroffene eher weniger. Sie meldete sich auf der VEXCASH-Seite an und schloss offenbar mit dem Vermittler einen Dienstleistungsvertrag und im Zuge dessen auch einen Darlehensantrag bei der Raisin Bank über 150 Euro mit einer Laufzeit von 30 Tagen“, resümiert Robert Hoyer, Leiter der Verbraucherzentrale in Dresden.

Kurz darauf fiel der Verbraucherin auf, dass VEXCASH im „Smart-Paket“ monatliche Gebühren für schnelle Bearbeitung in Höhe von 69 Euro verlangt. „Dies entspricht fast der Hälfte der Darlehenssumme von 150 Euro“, rechnet Robert Hoyer vor. Verärgert über diese zusätzlichen Kosten, erklärte die Verbraucherin den Widerruf des Dienstleistungs- und des Darlehensvertrages, welcher auch akzeptiert wurde.

Gleichwohl musste sie feststellen, dass am Folgetag die Darlehenssumme von 150 Euro auf ihrem Konto eingegangen war. Ihre eigenen Bemühungen hinsichtlich der Rückabwicklung gestalteten sich schwierig. Trotz wiederholter Kontaktaufnahme und Mahnungen konnte die Verbraucherin die Angelegenheit nicht allein aus der Welt schaffen. Erst durch das Einschalten der Verbraucherschützer gelang der Widerruf erfolgreich.

Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert unter anderem vom Gesetzgeber, dass bei Mini- und Kurzzeitkrediten die zusätzlichen Kosten für Serviceleistungen bei der Angabe des Effektivzinses einbezogen werden müssen.

Bei Fragen zu Verbraucherkreditverträgen können sich Interessierte, bei den Expert*innen der Verbraucherzentrale in Dresden beraten lassen. Terminbuchungen sind online unter: www.verbraucherzentrale-sachsen.de/terminvereinbarung oder telefonisch unter 0351 - 459 3484 möglich.

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