Justizministerkonferenz will Kreditnehmer*innen besser schützen

Pressemitteilung vom
Die Justizministerkonferenz will Kreditnehmer*innen besser schützen. Im Fokus stehen besonders Restschuldversicherungen und ausgewiesene Gesamtkosten bei der Kreditaufnahme. Der Provisionsdeckel geht dem sächsischen Verbraucherschutz nicht weit genug.
Taschenrechner mit Text "Kredit" auf Euro-Geldscheinen

Geldanlage und Kreditberatung

Sächsischer Vorstoß auf Restschuldversicherung

Off

Die Justizminister*innen der Bundesländer haben sich auf ihrer Frühjahrskonferenz auf Initiative aus Sachsen kritisch mit Verbraucherdarlehen und mitfinanzierten Restschuldversicherungen auseinandergesetzt. In dem Zusammenhang wurde auch in Frage aufgeworfen, ob der kürzlich verabschiedete Provisionsdeckel, der erst zum 01. Juli 2022 in Kraft treten soll, die Lage entscheidend zu Gunsten der Verbraucher*innen verändert. „Restschuldversicherungen, die zusammen mit einem Kredit abgeschlossen werden, sind mittlerweile vor allem eines: Überteuert! Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf“, resümiert die sächsische Justizministerin Katja Meier. Die Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt diesen nächsten notwendigen Schritt ausdrücklich.

Immer wieder sprechen in der Verbraucherzentrale Sachsen Betroffene vor, die ihre Kreditraten nicht mehr zahlen können. Die Vertragsüberprüfung ergibt dabei des Öfteren, dass von den Bankmitarbeiter*innen zu dem Verbraucherdarlehen eine nicht notwendige aber sehr teure Restschuldversicherung verkauft wurde. Werden die Kosten der Restschuldversicherung in den effektiven Jahreszins eingerechnet, ermitteln die sächsischen Verbraucherschützer häufig Wucher, gegen den sie in einem Bündnis vorgehen.

„Völlig richtig ist, dass Verbraucher*innen der kostentreibende Effekt von Rechtschuldversicherungen bewusst gemacht werden muss, “ stimmt Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen der Position des Sächsischen Justizministeriums zu.

Werden die Kosten einer Restschuldversicherung in den effektiven Jahreszins eingerechnet, ergeben sich schon einmal doppelt oder sogar dreifach so hohe Zinssätze als im Kreditvertrag ausgewiesen. So auch im Fall eines Leipziger Ehepaares. Im Kreditvertrag war der effektive Jahreszins für den Nettokredit über 40.100 Euro mit 10,95 % p.a. ausgewiesen. Wurden die Kosten für die Restschuldversicherung in Höhe von 22.328,30 Euro einbezogen, lag der Effektivzins bei 29,49 % p.a. Zu einem Zinssatz von fast 30 Prozent hätten die Eheleute - nach eigener Aussage - das Darlehen nicht aufgenommen und wenn aus der Not heraus doch, wäre der Vertrag wegen Wucher nichtig gewesen.     

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Unwetter Gebäude-Check (kostenlos)
Eine Immobilie ist in der Regel der mit Abstand höchste Vermögenswert von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Lassen Sie…
Eine Frau blickt auf eine digitale Anzeige.

Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie

Facebook und Instagram informieren über Änderungen ihrer Richtlinien. Was Sie dort posten soll als Trainingsmaterial für Metas KI-Generatoren verwendet werden. Möchten Sie das nicht, können Sie widersprechen. Die Verbraucherzentrale NRW hat Meta deshalb abgemahnt.
Fußball-Feier: Deutsche Fußball-Fans beim Public Viewing

Vorsicht vor Fakeshops mit Produkten um die Fußball-EM

Auffällig günstige und sofort verfügbare Trikots und Grills: Vor der Fußball-EM in Deutschland fallen im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen Shops auf, die nun besonders häufig von Verbraucher:innen gemeldet werden.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen haben sich in den letzten Monaten die Beschwerden über das Produkt "Healy" gehäuft, weil selbstständige Verkäufer:innen behaupten, das Produkt würde etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen helfen. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil dazu.