Preiserhöhung gestoppt

Pressemitteilung vom

Verbraucherzentrale begrüßt Entscheidung der Sparkasse Zwickau

Bundesgerichtshof
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Vor dem Hintergrund des jüngsten Urteils des Bundesgerichtshofes (BGH), hat die Sparkasse Zwickau ihre Preiserhöhung für Girokonten wieder zurückgezogen. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die ansässige Sparkasse die verbraucherfreundliche Entscheidung des BGH so ernst nimmt und umsetzt noch bevor die Urteilsbegründung vorliegt“, sagt Sigrid Woitha, Leiterin der Verbraucherzentrale in Zwickau. „Dieser Schritt wird bei tausenden Betroffenen für Erleichterung sorgen“, vermutet Woitha, die in den letzten Wochen etliche unzufriedene Sparkassenkund*innen in der Sache beraten hat.

Hintergrund ist, dass der BGH Ende April in einem Verfahren des Verbraucherzentrale Bundesverbandes gegen die Postbank entschieden hat, dass Vertragsänderungen und Preiserhöhungen nach fristgerechter schriftlicher Information nicht durch bloßes Schweigen der Kund*innen zustande kommen kann. „Dieses Urteil ließe sich auf andere Banken und Sparkassen übertragen und könnte unter Umständen zu umfassenden Rückzahlungsansprüchen führen“, erklärt Woitha. Mit dem Verzicht auf die Einführung der neuen Kontomodelle, umgeht die Sparkasse nun diese Unsicherheit und macht einen großen Schritt auf ihre Kunden zu. „Wünschenswert wäre, dass die Sparkasse Zwickau auch in den Streitigkeiten rund ums Prämiensparen und die Zinsanpassung die geltende Rechtsprechung so verbraucherfreundlich anerkennt“, schließt Woitha ab.

Termine für eine persönliche Beratung gibt es am Telefon unter 0375 - 294 279 oder 0341 - 696 2929. Die Online-Terminvergabe findet man hier: https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/terminvereinbarung

Zum Hintergrund: Presseinformation vom 30.03.2021

Viele verärgerte Kunden der Sparkasse Zwickau meldeten sich in den letzten Tagen und Wochen, weil sie mit der Preiserhöhung für ihr Girokonto um immerhin drei Euro auf nun 9,90 Euro pro Monat beim „Z.giro comfort“ überrascht, verärgert oder überfordert sind. „In der Zeiten  der Corona-Krise, die für Viele mit besonderen finanziellen Belastungen verbunden ist, ist eine solche Preiserhöhung sehr ärgerlich“, zeigt sich Sigrid Woitha, Leiterin der Verbraucherzentrale in Zwickau überrascht.  

Ist die Preiserhöhung rechtens?

Die Sparkasse kann die Gebühren fürs Girokonto anpassen, wenn sie mindestens zwei Monate vorher ihre Kund*innen informiert und auf das ihnen zustehende kostenfreie und fristlose Kündigungsrecht hinweist.  Wenn die Kund*innen der Preisänderung nicht bis zum Stichtag widersprechen, gilt das als Zustimmung. Wer die Möglichkeit des  Widerspruches nutzt, muss allerdings damit rechnen, dass das Institut den Vertrag kündigt.  

 Welches Konto passt zu mir?  

Dreht die Bank oder Sparkasse an der Kostenschraube, können sich Betroffene nach günstigeren Anbietern umsehen. Dabei sollten die Bedürfnisse und Gewohnheiten im Umgang mit dem Zahlungsverkehr im Mittelpunkt stehen. Weil die Angebote so vielfältig und mit unterschiedlichen Tarifen, Dienstleistungen und Entgeltstaffellungen verbunden sind, ist es schwer im Tarifdschungel den Überblick zu behalten. Wünsche nach einem breiten Geldautomatennetz, nach günstigen Kreditkarten, niedrigen Dispozinsen oder einem bestimmten Sicherheitsverfahren für das Onlinebanking sind ganz unterschiedliche Kriterien, die dann auch zu unterschiedlichen Offerten führen. 

Darüber hinaus sollte man sich von zunehmend angebotenen Mehrwertleistungen, wie zum Beispiel verschiedenen Händlerrabatten oder zusätzlichen Versicherungsleistungen, nicht in die Irre führen lassen. 

Wo gibt es Unterstützung beim Kontowechsel?  

Unabhängige Beratung mit Überblick über die Tarife und Bedingungen bietet die Verbraucherzentrale in Zwickau aktuell per Telefon, E-Mail oder schriftlich an. Telefonische Beratungstermine können unter Tel. 0375-294279 vereinbart werden. 

Außerdem sind sowohl die alte als auch die neue Bank gesetzlich verpflichtet, beim Wechsel zu helfen, so zum Beispiel bei der Umstellung von Lastschriften und Daueraufträgen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.