Pokémon Go-Aktion der Verbraucherzentrale

Pressemitteilung vom

W-LAN, Lockmodule und Infos zum Thema Datenspuren locken Spieler in den Park am Leipziger Schwanenteich

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Das Pokémon-Fieber ist nach wie vor ansteckend. Der Hype um Pikachu, Enton und Co. ist riesig – ebenso wie die Bedenken vieler Kritiker. Datenschutz, Kosten, Persönlichkeitsrechte: Die Liste potenzieller Risiken ist lang. Doch Fakt ist: Die Spieler sind von Pokémon-Go begeistert und so sorgt auch der heutige Pokémon-Go-Aktionstag der Verbraucherzentrale Sachsen für ein gut besuchtes Monster-Domizil am Leipziger Schwanenteich.

"In erster Linie geht es um den Spaß an der Pokéjagd und ehrlich gesagt spiele auch ich gerne hin und wieder", verrät Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Allerdings sollte man sich über ein paar einfache Einstellungen am Smartphone im Klaren sein, um mögliche Kostenfallen oder Datenspuren im Netz so gering wie möglich zu halten. Dafür sind wir heute noch bis 18 Uhr mit Tipps, W-LAN und Pokémon-Lockmodulen vor Ort", erklärt Siegert.

Die digitalen Datenspuren, die man auf der Jagd nach neuen Monstern hinterlässt, sind nicht ohne: Der kalifornische Entwickler Niantic, Inc. dürfte Name, E-Mail-Adresse, Freunde, Wohn-, Arbeits- bzw. Schulort, oder auch Vorlieben für Shops, Freizeitgestaltung und Co. der meisten seiner Nutzer kennen. Daraus können exakte Bewegungs- und Nutzerprofile erstellt werden, über die sich im Zweifelsfall nicht nur Unternehmen, sondern auch Regierungen oder Strafverfolgungsbehörden freuen. "Spielt man zum Beispiel des Öfteren an einem bekannten Drogenumschlagpunkt, ist es nicht ausgeschlossen, dass die nächste Einreise in die USA spannend wird. Daten sind die Währung des 21. Jahrhunderts und auch wenn man nichts zu verbergen hat, zeigt allein dieses eine Beispiel, welche Macht und Reichweite unsichtbare Datensätze haben können", so Siegert weiter.

Eine Möglichkeit ist, sich bei Apps und Co. mit einem Pseudo-Profil anzumelden, um nicht die korrekten Personendaten preiszugeben. Bei iOS und Android-Betriebssystemen ab Version 6 kann man Apps außerdem den Zugriff auf Kamera oder Kontaktlisten verweigern.

Und auch was den Geldbeutel betrifft: Die App ist zwar anfänglich kostenlos, aber nicht umsonst. Für Eltern, die Ihre Kinder auf ihrem oder einem eigenen Handy spielen lassen, ist es ratsam, eine Passwortabfrage bei Shop-Einkäufen innerhalb der App einzurichten, damit sich die Kinder nicht unkontrolliert einkaufen können. Für In-App-Käufe gibt es außerdem die Möglichkeit einer Vorab-Sperre. Mehr Tipps gibt es hier.

Übrigens: Auf Youtube zeigt die Verbraucherzentrale Sachsen Schritt für Schritt, wie man Zugriffsrechte von Apps und andere Datenschutz-Vorkehrungen an Smartphones, Laptops oder Internetbrowsern einstellt.

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