Party geplatzt – Stornokosten explodiert

Pressemitteilung vom

Veranstalter nutzt Corona-Absagen für unangemessene Stornokosten

Kind und Clown
Off

Hochzeiten, runde Geburtstage oder auch Jugendweihen laufen seit März 2020 anders als geplant. Seit der Corona-Pandemie müssen kreative Lösungen her, wenn es ums gemeinsame Feiern geht. Wer ursprünglich mit der Chemnitzer Firma Midea Veranstaltungsagentur eine Party ausrichten wollte und dann storniert hat, könnte im Hinblick auf die vorliegenden Informationen mit finanziellem Ärger rechnen.

„Verbraucher, die aufgrund des coronabedingten Ausfalls der geplanten Feierstunde zur Jugendweihe vom Vertrag mit Midea zurück treten, kamen in den letzten Wochen unzufrieden in unsere Beratung“, berichtet Corina Jähn, Juristin bei der Verbraucherzentrale in Chemnitz. Sie belegten anhand ihrer Vertragsunterlagen, dass sie mit Stornokosten von 80 Prozent des ursprünglichen Rechnungsbetrages konfrontiert wurden. „Das ist aus unserer Sicht rechtlich bedenklich“, erklärt Corina Jähn. Auch wenn sich eine solche Regelung im Kleingedruckten findet, kann es sich lohnen, gegen die Stornokosten vorzugehen. Denn diese müssen den tatsächlichen Schaden des Anbieters wiederspiegeln.

Die Agentur teilt ihren Kunden mit: „Bezugnehmend auf das Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 14 (Bonn, 27.03.2020) Artikel 240 behalten Verträge trotz der Covid-19-Pandemie auch bei einer Terminverschiebung in ihrer ursprünglichen Form ihre Gültigkeit.“

„Auch hier wird der benannte Artikel nicht korrekt durch den Anbieter interpretiert“, so Jähn. Wegen der COVID-19-Pandemie konnte unter bestimmten Voraussetzungen auf einen Gutschein für Freizeitveranstaltungen zur Durchführung zu einem späteren Zeitpunkt verwiesen werden. Das war hier aber nicht der Fall, da derartige Gutscheine auch einen Verweis enthalten müssen, dass eine Auszahlung unter bestimmten Voraussetzungen an Verbraucher ermöglicht werden muss.

Bei der Prüfung von Stornoforderungen sind die Experten der Verbraucherzentrale Chemnitz im Rahmen der Beratung behilflich – seit 1. Juli zum Preis von 14,63 € pro halbe Stunde, da die Mehrwertsteuersenkung an die Bürger weitergegeben wird.

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