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Wechsel an der Führungsspitze der Verbraucherzentrale Sachsen

Pressemitteilung vom

Andreas Eichhorst tritt als neuer geschäftsführender Vorstand an

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Andreas Eichhorst ist neuer Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen. Er wechselt vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), wo er fünf Jahre als Mitglied der Geschäftsleitung zuständig für den Geschäftsbereich Zentrale Dienste und als stellvertretender Vorstand tätig war. Eichhorst folgt damit auf Andrea Heyer, die ab sofort wieder die Leitung des Referats Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Sachsen übernimmt. "Wir freuen uns, mit Andreas Eichhorst einen erfahrenen, strategischen und kreativen Kopf an unserer Führungsspitze gewonnen zu haben. Seine Erfahrungen in Personalmanagement, Finanzen und strategischer Entwicklung werden unseren Verein noch erfolgreicher, schlagkräftiger und zukunftsorientierter machen", so Andrea Heyer.

DAS WAR 2015

Einen regelrechten Run auf die Beratungseinrichtungen lösten 2015 die Widerrufsbelehrungen von Baudarlehensverträgen aus, denn für Altverträge endete das Widerrufsrecht am 21. Juni 2016. Bis dato hat die Verbraucherzentrale seit dem Jahr 2014 über 3.200 Verträge überprüft. Dabei wurde deutlich: Rund 75 Prozent aller geprüften Widerrufs-belehrungen waren fehlerhaft, sodass Kreditnehmer den Vertrag widerrufen und dadurch z.B. hohe Vorfälligkeitsentschädigungen vermeiden konnten.

Als einer der größten Erfolge der letzten 25 Jahre bewertet die Verbraucherzentrale den Start des Marktwächters Finanzen. Im Frühjahr 2015 ging das frische Team in die Offensive. "Die Verbraucherzentrale Sachsen bearbeitet dabei als Themen-Verbraucherzentrale innerhalb des Finanzmarktwächters den Bereich Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite und erfüllt damit eine wichtige, bundesweite Sensorfunktion", fasst Heyer zusammen.

Den Kampf sagte die Verbraucherzentrale Sachsen auch 2015 verbraucherrechtswidrigen Praktiken verschiedenster Player an. Durch Abmahnungen und Gerichtsverfahren wurden beispielsweise intransparente Preiserhöhungen der ExtraEnergie GmbH und der primacom GmbH als unzulässig erklärt. Darüber hinaus hat die Verbraucherzentrale u. a. Klage gegen die Hipp GmbH & Co. Vertrieb KG erhoben, die auf einer Produktverpackung mit unzulässigen gesundheitsbezogenen Angaben geworben hat. Im ersten Halbjahr 2016 wurde u. a. die Sparda-Bank Berlin eG erfolgreich wegen zu hoher Bankenentgelte abgemahnt, die Sparkasse Leipzig wegen des Umgangs mit Kundendaten und die Erzgebirgssparkasse wegen Verletzung von Hinweispflichten verklagt. "Anknüpfend an unsere Aktivitäten im Jahr 2015 bleiben wir auch in Sachen Care-Energy und Drittanbietersperren hartnäckig", ergänzt Heyer.

DIGITALER, DYNAMISCHER, DURCHSCHLAGENDER

Die Digitalisierung der Gesellschaft prägt den Alltag der Verbraucher wie keine andere Entwicklung und damit auch die Verbraucherzentrale Sachsen. "Die differenzierte Betrachtung des hohen Nutzwertes auf der einen sowie bedenkliche Risiken auf der anderen Seite wird eines der wichtigsten Themenfelder, das wir in Zukunft bespielen werden", erklärt Andreas Eichhorst. Dazu gehören neben klassischen Themen wie Facebook, Vergleichsportalen und W-Lan-Sicherheit auch Gesundheitsarmbänder, die elektronische Krankenakte, die Sharing Economy, Daten als "Währung" und vieles mehr.

Nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften steht seit jeher auf der Agenda der Verbraucherzentralen. Auch hier ist die Bandbreite der Themen riesig und reicht von regional hergestellten Lebensmitteln über faire Preisgestaltung und transparente Erzeugung bis zu den ganz großen gesellschaftspolitischen Themen der Globalisierung und Energiewende. "Besonders brenne ich dabei für erneuerbare Energien", stellt Eichhorst klar. Dabei steht insbesondere eine sozialverträgliche, bezahlbare Energiewende durch Beteiligung der Verbraucher im Fokus, beispielsweise durch die Einbeziehung in Energiegenossenschaften oder durch die sinnvolle Eigenerzeugung erneuerbarer Energien.

Dabei ist trotz fortschreitender Digitalisierung sicher: Die persönliche Beratung vor Ort ist und bleibt das Kerngeschäft der Verbraucherzentrale Sachsen. Denkbare Konzepte wie Online-Beratung können diese nicht ersetzen, aber durchaus ergänzen. Die damit geplante Steigerung der persönlichen Beratungs- und Kontaktzahlen ist außerdem eng verknüpft mit der Sicherung bzw. Steigerung der Finanzierung. "Beide Vorhaben haben oberste Priorität und genau wegen dieser Herausforderungen bin ich hier und nehme sie gern an, auch wenn wir natürlich langfristig denken müssen.", erklärt Eichhorst.

Die Verbraucherzentrale Sachsen wird zusätzlich stärker nach außen gehen, um wahrgenommen zu werden. "Dem Motto ‚Tue Gutes und rede darüber‘ folgend, werden wir bestehende Kontakte in die Politik festigen sowie die Zusammenarbeit mit Verbänden, Mitgliedern und auch Unternehmen, da wo es sinnvoll ist, stärken", so Eichhorst

Der Ausbau des IT-Bereiches, des Online-Auftritts und der Social-Media-Angebote gehört ebenso zu den wesentlichsten Herausforderungen der Zukunft. Den ersten Schritt in diese Richtung hat die Verbraucherzentrale Sachsen mit dem neuen Twitter-Account @Eichhorst_A bereits umgesetzt.

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