Abends auf dem Sofa, Smartphone in der Hand: Ein paar Klicks – und der Warenkorb ist gefüllt. Der Preis verlockend, die Lieferung „garantiert schnell“. Doch statt Vorfreude folgt oft Ernüchterung: die Ware kommt gar nicht oder beschädigt an, die Retoure sorgt für Ärger, Rücksendungen werden teuer. Online-Einkäufe sind Alltag, bringen aber auch Risiken mit sich.
Webseiten vor Kauf sorgfältig prüfen
Bevor Verbraucher*innen auf „Jetzt kaufen“ klicken, sollten sie einen genauen Blick auf den Online-Shop werfen. Schon mit wenigen Prüfschritten lässt sich das Risiko deutlich verringern, an einen unseriösen Anbieter zu geraten oder später Probleme bei Rückgabe und Zahlung zu bekommen.
- Sichere Verbindung: Ist eine https-Adresse angegeben und wird ein Schloss-Symbol angezeigt?
- Impressum: Gibt es vollständige Angaben zum Unternehmen? Der Kontakt zu Anbietern mit Sitz im Inland oder zumindest in der EU ist meist unkomplizierter.
- Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB): Rücksendebedingungen genau lesen – wer trägt die Kosten und wohin muss die Ware zurückgeschickt werden?
- Bezahlmethoden: Bei Vorkasse oder Nachnahme kann die Ware nicht vor Bezahlung auf Mängel geprüft werden.
- Fakeshop erkennen: Auf der Website der Verbraucherzentralen steht ein Fakeshop-Finder zur Verfügung, mit dem unbekannte Seiten auf wichtige Seriositätsmerkmale geprüft werden können.
Widerrufsrecht: Fristen und Pflichten im Blick behalten
Beim Online-Kauf spielt das Widerrufsrecht eine zentrale Rolle. Es ermöglicht Verbraucher*innen, sich innerhalb einer bestimmten Frist ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zu lösen. Entscheidend ist jedoch, die gesetzlichen Vorgaben und Fristen genau zu kennen und einzuhalten.
„Viele Verbraucher*innen sind heute schon gut darüber informiert, dass Ihnen ein gesetzliches Widerrufsrecht zusteht“, sagt Anna Plattner, Verbraucherberaterin in Plauen. „Wie dieses im Einzelfall ausgeübt werden kann, ist manchmal jedoch noch nicht bekannt.“ Wichtig zu wissen:
- Bei Fernabsatzverträgen gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht für Verbraucher*innen.
- Der Widerruf muss dem Unternehmen schriftlich, innerhalb der Frist zugehen.
- Die Kosten der Rücksendung trägt regulär der Käufer*in, es sei denn es ist etwas anderes angegeben.
„Dubiose Adressen mit fehlendem Impressum oder teure Rücksendungen ins Ausland sollte man meiden“, rät Anna Plattner. Auch auf die gesetzlich geregelte Beweislast spielt eine Rolle. Zeugen, Fotos und Videos können im Streitfall hilfreich sein.
Zahlung über Dritte: Käuferschutz ist kein Selbstläufer
Wurde per Kreditkarte, PayPal oder Klarna bezahlt, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Käuferschutz- oder Cashback-Verfahren genutzt werden. Allerdings berichten viele Verbraucher*innen, dass die Rückabwicklung zunehmend aufwendig ist. Fristen, Nachweise und umfangreiche Kommunikation mit Zahlungsdienstleistern erschweren den Prozess.
Unbestellte Ware und andere Probleme
Neben diesen häufigen Schwierigkeiten tauchen immer wieder auch andere Probleme auf: Mal kommt die Ware gar nicht oder beschädigt an, mal wird das falsche Produkt geliefert, ein unerwünschtes Abo abgeschlossen oder die Lieferung entspricht nicht den Werbeversprechen.
Streitigkeiten über angeblich unvollständige Retouren sind ebenfalls keine Seltenheit. „Die Probleme rund um Online-Käufe nehmen massiv zu. Käufer*innen sollten vor dem Kauf sehr genau prüfen und sich bestmöglich absichern“, mahnt Anna Plattner.
Bei Schwierigkeiten nach einem Online-Kauf oder bei unklaren Zahlungsforderungen hilft die Verbraucherzentrale Sachsen. Beratungstermine können telefonisch unter 0341 6962929 oder online vereinbart werden.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.
