Gebäudehülle zuerst – und mit Beratung starten
Erster Schritt: Anbieterunabhängige Beratung
Eine anbieterneutrale Initialberatung hilft, den Zustand des Gebäudes realistisch einzuordnen, sinnvolle Maßnahmen zu bündeln und verfügbare Fördermittel zu identifizieren. „Gerade in Wohnungseigentümergemeinschaften bringt eine Expertenberatung Klarheit in oft sehr unterschiedliche Interessenlagen. Sie schafft eine gemeinsame fachliche Grundlage für tragfähige Beschlüsse“, sagt Denis Schneiderheinze, Energiereferent der Verbraucherzentrale Sachsen. Weiterführende Informationen sind online unter https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/energieberatung-fuer-wohnungseigentuemergemeinschaften/ aufrufbar.
Gebäudehülle vor Heizungsanlage
Vor einem Heizungstausch sollte zunächst geprüft werden, wie viel Energie über Dach, Fassade, Fenster und Türen verloren geht. Eine verbesserte Dämmung senkt die Heizlast deutlich. Dadurch kann die neue Anlage kleiner dimensioniert werden – mit positiven Effekten auf Investitions- und Betriebskosten. Zusätzlich steigen Wohnkomfort, sommerlicher Wärmeschutz, Immobilienwert und Schallschutz.
Fenster und Türen
Undichte Fenster und Türen können bis zu 20 Prozent Wärmeverlust verursachen. Der Austausch ist als Einzelmaßnahme über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) förderfähig.
Außenwände
Über Fassaden gehen bis zu 30 Prozent der Wärme verloren. Eine Dämmung spart Energie, reduziert Emissionen und wird ebenfalls vom BAFA bezuschusst.
Erneuerbare Energien mitdenken
Photovoltaik, Solarthermie und Batteriespeicher können das Sanierungskonzept sinnvoll ergänzen. Eigenstrom erhöht die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen. „Wer die Gebäudehülle verbessert, legt das Fundament für alles Weitere. Wenn der Bedarf sinkt, können erneuerbare Energien und neue Heiztechnik ihre Wirkung wirtschaftlich optimal entfalten“, so Schneiderheinze.
Förderung nutzen
Für nahezu jede Maßnahme stehen Förderprogramme bereit. Entscheidend ist eine strukturierte, schrittweise Planung. Unabhängige Beratung begleitet WEGs von der ersten Analyse bis zur Umsetzung.
Anmeldung und weiterführende Tipps:
- Die Online-Anmeldung sowie Informationen über den Ablauf und die Kosten für eine WEG-Beratung bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale finden Sie hier: https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/energieberatung-fuer-wohnungseigentuemergemeinschaften/.
- Die Energieberatung der Verbraucherzentrale kooperiert mit der Deutschen Energieagentur (dena) im Projekt „Energetische Modernisierung in Wohnungs-eigentümergemeinschaften“. Wissenswertes für Eigentümer:innen und Verwaltungen findet sich hier: https://www.gebaeudeforum.de/wissen/weg-praxisguide/.
- Über die Energieberatung der Verbraucherzentrale
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte, anbieterunabhängige Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Dank Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium begleitet sie seit 1978 private Verbraucher:innen mit derzeit über 900 Energieberater:innen und an mehr als 1.000 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Im Jahr 2024 wurden weit über 230.000 Privathaushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise zu Energiesparen, Wärmedämmung, moderner Heiztechnik und erneuerbaren Energien.