Dr. Hittichs Super-Lebensmittel vor Gericht gescheitert

Pressemitteilung vom
Die Werbung des beliebten Dr. Hittich Gesundheitsmittel ist irreführend und unzulässig. So urteilte das Landgericht Mainz (Az.: 4 O 10/17) in einem Verfahren der Verbraucherzentrale Sachsen gegen die niederländische Pharmavertriebsfirma GP Health Products.

Die Werbung des beliebten Dr. Hittich Gesundheitsmittel ist irreführend und unzulässig. So urteilte das Landgericht Mainz (Az.: 4 O 10/17) in einem Verfahren der Verbraucherzentrale Sachsen gegen die niederländische Pharmavertriebsfirma GP Health Products.

Off

Die Firma warb damit, statt auf Lebensmittelvorräte lediglich auf ihre "Spirulina"Tabletten zu setzen. "Würden Verbraucher die Empfehlung von Dr. Hittich umsetzen, wäre eine schlichtweg eklatante Unterversorgung mit Energie und den notwendigsten Nährstoffen Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate die Folge", erklärt Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen.

"Nehmen Sie jeden Tag Spirulina und Wasser, dann kann Ihnen nichts mehr fehlen. Mit Spirulina und Wasser allein können auch Sie 10 Tage und viel länger gesund leben. Es fehlt Ihnen an nichts!", so die Werbung. Statt 34,5 kg Lebensmittelvorrat pro Person für zehn Tage bräuchte man nur ein einziges "Super-ÜBER-Lebensmittel", nämlich Spirulina(algen) in Tablettenform. Ein solches Versprechen ist eine Täuschung, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesundheitlich den auf die Werbung vertrauenden Verbraucher schaden kann. Denn die Nährwertbilanz der alleinigen Einnahme von Wasser und Spirulina ist für ein gesundes Leben problematisch. "Wer daher die Premium-Spirulina des Dr. Hittich als alleinige Krisen- und Heilkost unter Humbug einstuft, liegt vollkommen richtig", so die Rechtsexpertin Wiesemann.

Neben dieser Werbung wurden auch zahlreiche weitere Aussagen als irreführend und unzulässig eingestuft. Auch den Versprechen wie: "Gelenkschmerzen verschwinden", "Ihr Blutdruck sowie Ihre Fett-und Cholesterin-Werte sinken" oder "Entgiftungswunder", "schützt die Nieren" "Blutreiniger" und "verringert das Krebsrisiko" erteilte das Landgericht Mainz ein Verbot.

Das Urteil vom 21.08.2017 trägt das Aktenzeichen 4 O 10/17 und ist noch nicht rechtskräftig.

Weitere Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln liefern die Verbraucherzentralen unter "Klartext-Nahrungsergaenzung.de" – eine anbieterunabhängige, interaktive Informationsplattform mit dem Ziel, mehr Transparenz und Risikobewusstsein für Nahrungsergänzungsmittel zu schaffen und die Marktsituation zu verbessern. Das Projekt "KlartextNahrungsergaenzung.de" ist im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekts zur Information der Verbraucher entstanden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten
Viele Menschen müssen dauerhaft Medikamente einnehmen - Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder mit…
Lebensmittel-Lügen
Wissen Sie, was Sie essen?
Rindfleischsuppe ohne Rindfleisch, Erdbeerjoghurt, der Erdbeeren vorgaukelt,…
Eine Frau blickt auf eine digitale Anzeige.

Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie

Facebook und Instagram informieren über Änderungen ihrer Richtlinien. Was Sie dort posten soll als Trainingsmaterial für Metas KI-Generatoren verwendet werden. Möchten Sie das nicht, können Sie widersprechen. Die Verbraucherzentrale NRW hat Meta deshalb abgemahnt.
Fußball-Feier: Deutsche Fußball-Fans beim Public Viewing

Vorsicht vor Fakeshops mit Produkten um die Fußball-EM

Auffällig günstige und sofort verfügbare Trikots und Grills: Vor der Fußball-EM in Deutschland fallen im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen Shops auf, die nun besonders häufig von Verbraucher:innen gemeldet werden.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen haben sich in den letzten Monaten die Beschwerden über das Produkt "Healy" gehäuft, weil selbstständige Verkäufer:innen behaupten, das Produkt würde etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen helfen. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil dazu.