Langzeitsparverträge: Keine Kündigung durch Kreditinstitute

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Langzeitsparverträge - wie etwa das Produkt Prämiensparen flexibel - die bis etwa 2002 mit der ansässigen Sparkasse abgeschlossen wurden, zahlen sich heute im Regelfall aus. Die Sparer bekommen zwar praktisch keine Zinsen mehr, aber hohe Prämien auf die jährlichen Einzahlungen. Daraus ergibt sich bezogen auf das Gesamtguthaben eine aktuelle Rendite von circa 1,4 Prozent pro Jahr. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase ist das durchaus attraktiv. Die Geldinstitute sehen diese Verträge nun kritisch – und verhalten sich ganz unterschiedlich: Die große Mehrheit sächsischer Sparkassen stellen massenweise Kündigungsschreiben zu. Nur 2 Institute sind diesen Weg noch nicht gegangen. Nach der Kündigung boten einzelne Sparkassen nach Gesprächen mit der Verbraucherzentrale Sachsen ein sicheres Alternativangebot mit begrenzter Laufzeit und einem vergleichbaren Zins an. Kurzum: Je nachdem bei welcher Sparkasse sächsische Verbraucher Kunde sind, gehören sie zu den Gewinnern oder Verlieren des „Prämiensparens“ – ein Produkt, das jahrelang als lukrativ beworbenen wurde.

Sparer
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1. Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert die Sparkassen auf, auf weitere Kündigungen von langfristigen Prämiensparverträgen zu verzichten.
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Im Falle bereits erfolgter Kündigungen sollten den Betroffenen akzeptable Alternativangebote unterbreitet werden.
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2. Alternativangebote sollten sich in Bezug auf Sicherheit, Kosten und Rendite nicht grundsätzlich vom ursprünglichen Produkt „Prämiensparen“ unterscheiden.
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3. Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert die Verwaltungsräte der Sparkassen auf, in der Lage und gewillt zu sein, ihre gesetzlichen Aufgaben wahrzunehmen.
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4. Die zuständige Sparkassenaufsichtsbehörde sollte im Rahmen ihrer laufenden Aufsicht die Erfüllung des öffentlichen Auftrages prüfen.
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Viele Menschen haben sich für diese sicheren und kostengünstigen Sparprodukte mit Blick auf ihre Altersvorsorge entschieden. Nun wird tausenden Bürgern diese Vorsorgemöglichkeit genommen. In Sachsen kann die Zahl der Betroffenen auf eine hohe fünfstellige Zahl geschätzt werden. Ihnen werden in der Regel keine bedarfsgerechten Alternativen angeboten. Die angebotenen Anleihen, Dach- und Aktienfonds sowie fondsgebundenen Renten- oder gar Sterbegeldversicherungen sind meistens nicht bedarfsgerecht, sondern teuer und mit zum Teil deutlichen Verlustrisiken verbunden.

Alternative Lösungen sind gefragt

Die richtige Aufforderung der Politik an die Bürger langfristig private Altersvorsorge zu betreiben, wird durch die Kündigung der zu diesem Zweck abgeschlossenen Verträge konterkariert. Wenn die Sparer nicht auf die Einhaltung der Verträge vertrauen können, wird künftig immer weniger private Vorsorge betrieben. Gerade im Osten Deutschlands würde sich damit das Problem der Altersarmut weiter verschärfen.


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