Pflege von Angehörigen bei Hitze: Was muss ich beachten?

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Heiße Tage bedeuten für ältere und pflegebedürftige Menschen, aber auch für Kinder eine besondere Belastung.
Hände einer pflegenden Person halten die Hand einer im Bett liegenden Person

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hitzeperioden bedeuten für den Körper und die Gesundheit großen Stress.
  • Generell gilt: Schon im Vorfeld lässt sich einiges vorbereiten.
  • Bleiben Sie informiert über drohende Hitze oder den Verlauf einer Hitzeperiode, zum Beispiel durch das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes.
  • Nutzen Sie die Tipps und Anregungen, damit Sie und Ihre Angehörigen gut durch die Hitzeperiode kommen.
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Hitzeperioden frühzeitig erkennen

Informieren Sie sich rechtzeitig

Zuverlässige Informationen über eine aktuelle oder auch bevorstehende Hitzeperiode sind zu finden beim Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD gibt für besonders heikle Tage Hitzewarnungen heraus. Zusätzlich können Sie im Hitzetrend für bis zu 5 weitere Tage sehen, wie sich die Hitzebelastung entwickeln wird oder im Landkreis-Überblick gezielt für Ihren Wohnort.

Welche Menschen sind von Hitze besonders betroffen?

Für Menschen ab 65 Jahre gilt: Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Regulierung der Körpertemperatur, der Stoffwechsel verändert sich, das Durstgefühl ist verringert. Das kann schneller dazu führen, dass der Körper überhitzt oder sogar austrocknet.

Für Säuglinge und Kleinkinder gilt: Sie haben einen höheren Stoffwechsel und produzieren weniger Schweiß. Außerdem benötigen sie mehr Zeit, um sich an die Hitzeperiode anzupassen.

Für Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen gilt: Die Erkrankungen können die Fähigkeit zur Regulierung der Körpertemperatur beeinflussen. Hitze kann bestimmte Symptome verschlimmern oder die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

Für Menschen mit Suchterkrankungen gilt: Die Erkrankung kann dazu führen, dass das Durstgefühl verringert ist oder hitzebedingte Symptome nicht ernst genommen werden.

Für Menschen, die körperlich schwer oder im Freien arbeiten, gilt: Eine Hitzeperiode macht körperliches Arbeiten anstrengender, die Konzentration lässt schneller nach und der Körper ist schneller erschöpft.

Für wohnungslose Menschen gilt: Sie können sich kaum vor der Hitze schützen.

Für Menschen im städtischen Wohnraum gilt: In der Stadt wird mehr Hitze gespeichert, darum sind sie stärker belastet.

Was können Sie bereits vor einer Hitzeperiode tun?

Sie können einiges im Vorfeld tun oder vorbereiten, zum Beispiel:

  • Gibt es Jalousien und funktionieren sie? Denken Sie bei der Renovierung oder beim Bau von Wohnraum auch über den Hitzeschutz nach. Welche Bereiche der Wohnung sind eher kühl?
  • Vielleicht denken Sie über den Einbau einer Klimaanlage nach. Weitere einfache Maßnahmen für den Hitzeschutz zuhause finden Sie hier.
  • Beratung beim behandelnden Arzt: Müssen Sie bei der verordneten Medikation etwas bedenken oder sie anpassen, wenn es besonders heiß ist?
  • Beratung in der Apotheke: Wie sollten Sie Ihre Medikamente lagen? Welche Medikamente sind besonders hitzeempfindlich?
  • Welcher Lieferdienst kann Sie mit Getränken und Nahrungsmitteln versorgen, wenn das Einkaufen wegen der Hitze für Sie selbst zu anstrengend ist?

Was können Sie während einer Hitzeperiode tun?

Auch während einer Hitzeperiode können Sie einiges tun, um besser mit der Hitze zurecht zu kommen.

Die Wohnung möglichst kühl halten

  • Lüften Sie früh morgens, abends und nachts, so lange es noch kühl ist.
  • Verdunkelte Räume helfen tagsüber dabei, die Hitze gar nicht erst eindringen zu lassen.
  • Lüften Sie tagsüber nur, wenn es unbedingt notwendig ist, also wenn Geruchs- oder Schadstoffe heraus müssen.
  • Um die Wohnung kühl zu halten, kann es helfen, die Raumluft zu befeuchten, etwa mit einem Luftbefeuchter oder mit nassen Handtüchern, die aufgehängt werden.

Den Körper vor Überhitzung schützen

  • Feuchte Umschläge auf Armen, Beinen oder im Nacken sowie kühlende Wassersprays oder kühlendes Abreiben können Ihnen bei Hitze gut tun.
  • Kalte Fuß- und Handbäder erfrischen und regen den Kreislauf an.
  • Besonders bettlägerige Menschen können der Hitze nicht ausweichen. Sie sollten mit dünner Bettwäsche und leichter Bekleidung versorgt werden. Wenn möglich sollten keine Inkontinenzhosen, sondern Netzhosen mit Einlagen verwenden werden, um Wärmestaus zu vermeiden.

Viel trinken mit gesunder Abwechslung

  • Achten Sie noch mehr als sonst auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr.
  • Eine gesunde Abwechslung zu Wasser bieten Fruchtsaftschorlen, ungesüßte Frucht- oder Kräutertees. Alles gerne kalt, aber nicht eiskalt. Leitungswasser kann mit Früchten, Gemüse und/oder Kräutern aromatisiert werden – ganz ohne Zucker. Mehr Rezepte für aromatisiertes Wasser finden Sie hier. Auch wasserhaltige Lebensmittel wie Gurke oder Wassermelone können einen (kleinen) Beitrag leisten.
  • Empfohlen ist, etwa alle Viertelstunde ein paar Schlucke oder alle zwei Stunden ein Glas zu trinken – gerne auch gemeinsam.
  • Alkohol und stark gezuckerte Getränke sind allerdings nicht ratsam.
  • Liegen Herz- und Nierenerkrankungen vor, sollte die nötige Trinkmenge mit dem Arzt besprochen werden.
  • Hier finden Sie weitere Informationen zum Trinken bei Hitze

Leichtes Essen ist gut für den Körper

  • In Hitzezeiten sollten pflegebedürftige Menschen mehrmals am Tag kleine, leichte Mahlzeiten zu sich nehmen.
  • Gut geeignet sind Salate, gedünstetes Gemüse und wasserreiche Rohkost wie Tomaten und Gurken, oder auch mageres Fleisch und Fisch.
  • Zum Nachmittagskaffee bietet sich kleingeschnittenes Obst wie Wasser- und Honigmelonen, Trauben oder Pfirsiche an.
  • Salzgebäck regt das Durstgefühl an und unterstützt den Salz-Haushalt.

Achtung bei Medikamenten

Einige Medikamente können bei Hitze Probleme machen. Wer regelmäßig bestimmte Arzneimittel nimmt, sollte in der Arztpraxis prüfen lassen, ob die Medikation an die Hitze angepasst werden muss, zum Beispiel bei der Dosierung von blutdrucksenkenden und entwässernden Medikamenten. Medikamente müssen auch in besonderer Art und Weise gelagert werden (zum Beispiel kühl und trocken, im Kühlschrank oder nicht über einer festgelegten Temperatur).

Kühlere Stunden im Freien nutzen

  • Bei Hitze sollten pflegebedürftige Personen möglichst in der Wohnung bleiben.
  • Für kleine Spaziergänge können die etwas kühleren Stunden am Morgen und am Abend genutzt werden, am besten mit leichter Kopfbedeckung.
  • Schattige Parks, Wälder und Plätze am Wasser bieten natürlichen Sonnenschutz und kühlere Temperaturen.
  • Wichtig bleibt, die Haut mit Sonnencreme zu schützen.
  • Nützlich für unterwegs sind Kälte-Sofort-Kompressen.
  • Arztbesuche sollten in den kühleren Stunden des Tages vereinbart werden. Im Notfall kann man um einen Hausbesuch bitten.

Auf Warnsignale achten

Bei Anzeichen von Überhitzung oder Austrocknung sollte schnell gehandelt werden! Plötzliche Beschwerden wie Schwindel, Schwäche, schneller Puls, Kopfschmerz, Unruhe oder Verwirrtheit können anzeigen, dass der Körper in eine Mangelsituation rutscht. Pflegebedürftige Menschen sollten sofort in kühle Räume begleitet, mit Getränken versorgt und ruhig gehalten werden. Wenn die Symptome anhalten, sollte ärztlicher Rat eingeholt oder notfalls die 112 angerufen werden.

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