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Sparkasse Vogtland: Urteil gibt Sparern Hoffnung auf Nachzahlung

Stand:
  1. Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden hat die Musterfeststellungsklage in wichtigen Punkten zugunsten der Sparer*innen entschieden. Was das Urteil für Betroffene bedeutet, werden wir hier in Kürze für Sie zusammenfassen.
  2. Betroffene Verbraucher*innen können für die komplette Vertragslaufzeit auf Zinsnachzahlungen hoffen.
  3. Nach welchem konkreten Referenzzins die Nachzahlungen berechnet werden sollen, hat das Gericht nicht entschieden. Die Verbraucherzentrale Sachsen ist offen, Gespräche mit der Sparkasse Vogtland zu führen, um eine akzeptable Einigung für Verbraucher*innen herbei zu führen. Andernfalls wird sie auch hier den Weg zum Bundesgerichtshof (BGH) antreten, um eine verlässliche und allgemein gültige Berechnungsgrundlage für die Ansprüche der Sparer zu erhalten.
  4. Die Verbraucherzentrale Sachsen berät alle Sparer*innen rechtlich zu ihren individuellen Ansprüchen. Außerdem können nach wie vor Zinsnachzahlungsansprüche für Langzeitsparverträge berechnet werden.
Urteil
Off

Welche Verträge sind betroffen?
Alle Kunden der Sparkasse Vogtland, die einen Vertrag über das Langzeitsparprodukt „Prämiensparen flexibel“ abgeschlossen haben, in dem die Klauseln „Die Spareinlage wird variabel, z. Zt. mit ... % verzinst“ oder „Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z.Zt. … % am Ende eines Kalender-/Sparjahres eine verzinsliche S-Prämie“ enthalten sind, haben aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen einen Anspruch auf Zinsnachzahlung.

31. März 2021: Das Klageregister ist geschlossen. Über 1.100 Kund*innen der Sparkasse Vogtland haben sich der Musterklage angeschlossen.
Es sind keine Anmeldungen mehr zur Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Vogtland möglich. Nach den Berechnungen der Verbraucherzentrale Sachsen stehen jedem Sparer im Schnitt Zinsnachzahlungen in Höhe von 2.400 Euro zu.

23. Juni 2020: Verbraucherzentrale Sachsen reicht Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Vogtland ein.
  • Es ist die vierte Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen. Zuvor hatte sie bereits Klage gegen die Sparkasse Leipzig, die Sparkasse Zwickau und die Erzgebirgssparkasse eingereicht.
Juni 2019: Nach Überprüfung der Sparverträgen steht fest: Verbrauchern stehen Zinsnachzahlungen zu! Sparkasse will nicht auf Einrede der Verjährung verzichten.
  • Im Zusammenhang mit den Kündigungen wandten sich hunderte betroffene Sparer an die Verbraucherschützer. Beim Blick in die Unterlagen und i.Z.m. rechnerischen Überprüfungen fiel zudem  immer wieder auf:  Auch die Zinsen wurden  zum Nachteil der Verbraucher berechnet. Auf ein Anschreiben der Verbraucherzentrale Sachsen bzgl. der Verjährung reagierte das Institut negativ.
Oktober 2017: Die Verbraucherzentrale Sachsen versucht, die Kündigung der über tausend „Prämiensparen flexibel“-Verträge zu verhindern.
  • Im Oktober hat die Verbraucherzentrale Sachsen in Gesprächen mit dem Vorstand der Sparkasse Vogtland alles versucht, um auch für die gekündigten Prämiensparer*innen dieses Hauses ein ähnliches, zusätzliches Alternativangebot auszuhandeln, wie für die gleichermaßen betroffenen Kund*innen der Sparkassen Leipzig, Meißen und Muldental. Doch die Sparkasse Vogtland möchte ihren Kund*innen kein risikofreies Produkt mit überschaubarer Laufzeit bis Ende 2018 und mit einem Festzins, der in etwa der aktuellen Rendite des Prämiensparens entspricht, anbieten.
Juli 2018: Sparkasse Vogtland kündigt Prämiensparverträge

Die Verbraucherzentrale Sachsen hält die Kündigung für rechtswidrig. Und auch die Sparer*innen sind verärgert und wenden sich an die Verbraucherschützer*innen.