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Inkasso: Mehr Fairness und Transparenz für Verbraucher*innen

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Bereits seit vielen Jahren häufen sich die Beschwerden von Verbraucher*innen über Inkassounternehmen - aufgrund von fehlenden Informationen, unberechtigten und überhöhten Forderungen sowie teilweise massiven Druck zur Begleichung von Forderungen. Die aktuelle Covid19- Pandemie verstärkt diese Situation, da mehr Menschen in finanziellen Schwierigkeiten geraten.

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1. Die Verbraucherzentrale sachsen fordert vollständige, verständliche und hinreichend wahrnehmbare Informationen durch die Inkassounternehmen.
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Bei Nichteinhaltung der Informationspflichten muss ein Zurückbehaltungsrecht aller Forderungen eingeräumt werden.
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2. Inkassokosten sollten auf den nachgewiesenen tatsächlichen Aufwand des Inkassounternehmens begrenzt werden.
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3. Es sollten keine Zusatzkosten für den Abschluss von Zahlungsvereinbarungen entstehen.
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4. Eine Verbindung von Ratenzahlungsvereinbarungen mit Schuldanerkenntnissen oder Lohnabtretungen sollte gesetzlich untersagt werden.
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5. Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert zudem eine zentrale Aufsicht über Inkassounternehmen, die unseriöse Inkassopraktiken ahndet und Gesetzesverstöße aufdeckt.
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Nach geltender Rechtslage sind die Kostenforderungen der Inkassounternehmen unverhältnismäßig hoch, für die Gebühren wird die Vergütung für Rechtsanwälte herangezogen. So entstehen für standardisierte Schreiben und Vereinbarungen Kosten, die mit Blick auf den tatsächlichen Aufwand bei den Inkassounternehmen nicht gerechtfertigt sind. Hinzu kommt, dass Verbraucher*innen oftmals Schreiben von Inkassodienstleistern erhalten, aus denen nicht klar erkennbar ist, welcher Gläubiger sich auf welcher Grundlage handelt.

Für angemessene Inkassokosten und Informationspflichten für Inkassounternehmen

Die Aufsicht für Inkassounternehmen ist derzeit bei den Amts- oder Landgerichten angesiedelt. Diese leiten in den seltensten Fällen Maßnahmen gegen unseriöse Inkassounternehmen ein. Für Inkassounternehmen aus dem Ausland gibt es überhaupt keine Aufsicht/Kontrolle. Der Handlungsbedarf ist hoch – sowohl in Bezug auf die Inkassokosten, die Beitreibungsmethoden und die mangelnde Aufsicht.

Die Bundesregierung hatte am 01. Juli 2020 einen Gesetzentwurf zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht und zur Änderung weiterer Vorschriften (19/20348) zur Beratung gegeben. Dieser Referentenentwurf bietet weder hinreichenden Schutz vor unseriösen Geschäftspraktiken durch Inkassounternehmen noch vor zu hohen Inkassokosten.


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