Wie kann ich meinen Vorrat ausgewogen füllen?

Stand:
Ein vielseitiger Vorrat ermöglicht die sichere Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser in Krisensituationen. Er entlastet nicht nur öffentliche Systeme, stärkt die Gemeinschaft und die regionale Wirtschaft, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit und Resillienz im Alltag.
Haltbare Lebensmittel in einem Regal
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Ausreichend Wasser und Gemüse: Offizielle Empfehlungen nach DGE

Für einen 10-tägigen Notfallvorrat gibt es konkrete Mengenvorgaben. Sie basieren auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und gewährleisten auch im Notfall eine ausgewogene, gesundheitsförderliche Ernährung:
 

 

Orientierung beim Einkauf: Praktische Beispiele für jede Vorratskategorie
 

Mineralwasser - 20 Liter

Viele Menschen denken bei einem Notfallvorrat zunächst an Lebensmittel – das ist nicht falsch. Aber der wichtigste Bestandteil eines Vorrates, um gut und gesund durch einen Notfall zu kommen, ist Trinkwasser. Bei einem länger andauernden Stromausfall kommt kein Wasser mehr aus der Leitung, da die meisten Wasserversorgungssysteme elektrische Pumpen nutzen. 

 1,5Liter täglich zum Trinken

Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sollten pro Person 20Liter Wasser bevorratet werden – 1,5Liter täglich zum Trinken, der Rest für Lebensmittelzubereitung und Hygiene. Platzsparend eignen sich 5-Liter-PET-Kanister, wer Platz hat, kann auch Mineralwasserkästen lagern. 

Wichtig: Kühl, dunkel und trocken aufbewahren so bleibt Wasser lange haltbar und genießbar, auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums.

Glasflaschen für langfristiges Lagern

Lagerung: Sprudelwasser hält sich oft länger, da die Kohlensäure Keimbildung hemmt, allerdings entweicht sie in PET-Flaschen. Für eine langfristige Lagerung sind daher Glasflaschen zu empfehlen.

Brauchwasser: Da bei einem Stromausfall die Wasserzufuhr nicht unmittelbar stoppt, kann Wasser in Badewannen oder Eimern aufgefangen werden. Dieses Wasser sollte aber nur als Brauchwasser genutzt werden, also nur zur persönlichen Hygiene oder zum Abwaschen. Denn Flüssigkeiten, die offen stehen, verunreinigen sehr schnell.

Brot, Getreide, Kartoffeln – 3,3 Kilo

Brot: Brote in Scheiben lassen sich super im Gefrierschrank lagern – am besten in gut verschließbaren Gefrierbeuteln. So kann immer die Menge entnommen werden, die gerade benötigt wird. Vollkornbrot, besonders Roggenvollkorn-Sauerteig, hält lange satt und bleibt saftig. 

Ein Gefrierschrank hält im Falle eines Stromausfalls ca. 1 bis 3 Tage kühl, je nachdem wie oft er geöffnet ist und wie groß er ist. Zusätzlich sollte ungekühltes Brot bevorratet werden, z.B. Pumpernickel oder Knäckebrot.

Kartoffeln: Kartoffeln sind grundsätzlich lange haltbar. Wichtig ist, dass sie an einem dunklen und möglichst kühlen Ort gelagert werden (7 bis 10 Grad). Bei hellen und warmen Umgebungen keimen sie schneller aus, werden schneller schrumpelig und bilden grüne Stellen. 

Da Äpfel und Zwiebeln die Keimung beschleunigen, sollten Kartoffeln möglichst in einiger Entfernung gelagert werden. Am besten eignen sich Kisten mit großen Schlitzen, Jute- oder Leinenbeutel oder Töpfe aus Ton/Keramik/Steingut mit Löchern. Plastiktüten sind für die Aufbewahrung ungeeignet.

Ein leichtes Keimen einer Kartoffel ist unproblematisch. Werden die Keime jedoch länger als 1cm, sollte die ganze Kartoffel entsorgt werden, da sich an diesen Stellen giftiges Solanin bildet. Grüne Stellen immer großzügig entfernen.

Haferflocken: Dicht verschlossen und dunkel gelagert, halten sich Haferflocken sehr lange. Sie sind sehr sättigend und gut für die Darmflora. Idealerweise sollten sie 30 Minuten quellen oder auf einer Notfallkochstelle aufgekocht werden. Das reduziert den Gehalt an Phytinsäure. 

Phytinsäure kann im Magen Komplexe mit anderen Nährstoffen eingehen, sodass diese ausgeschieden werden. Wenn das regelmäßig passiert, kann daraus ein Nährstoffmangel (z. B. Eisen) entstehen.

Gemüse und Pilze – 4,0 Kilo

Gemüse: Es gibt viele leckere Möglichkeiten, den eigenen Vorrat zu bestücken – vom eingelegten oder vorgekochten Gemüse aus dem Supermarkt bis zu selbst haltbar gemachtem Gemüse wie Mixed Pickles, fermentiertem Kohl oder eingekochten Tomaten. 

Vielfalt sorgt für alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe und nur die Mischung verschiedener Sorten macht den Vorrat wirklich ausgewogen.

Bei proteinreichen Gemüsesorten (z.B. Bohnen), Fleisch- oder Fischkonserven sowie in Öl eingelegtem Gemüse oder Kräutern ist Vorsicht geboten. Unsachgemäß hergestellte Konserven können Botulismus (brf.bund.de) verursachen eine seltene, aber potenziell tödliche Erkrankung. In Deutschland sind fast alle Fälle auf selbstgemachte Konserven zurückzuführen.

Pilze: Pilze lassen sich am besten getrocknet in den Vorrat integrieren. Durch das Einlegen in lauwarmem Wasser sind sie in kurzer Zeit verzehrfähig. 

Obst und Nüsse – 2,5 Kilo

Obst: Auch Obst lässt sich gut trocknen oder einkochen und dadurch länger haltbar machen. Beeren eignen sich zudem zum Einfrieren: Sie werden mit ausreichend Abstand auf einem Brett oder Tablett ausgelegt und zunächst einzeln eingefroren. Nach dem Durchfrieren können sie umgefüllt werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Früchte zusammenkleben oder matschig werden. 

Eine bunte Auswahl ist gesund. Die Vielfalt heimischer Obstsorten trägt zu einer ausgewogenen Versorgung bei.

Nüsse: Luftdicht, kühl und trocken gelagert sind Nüsse eine nahrhafte Energie-Quelle. Sie liefern wichtige (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine und tragen zur Proteinversorgung bei. Ganze Nüsse oder solche mit Schale lassen sich auch gut einfrieren. Damit die Nüsse möglichst wenig Temperaturschwankungen unterliegen, ist eine Lagerung in einem luftdichten Behälter im hinteren Teil des Gefrierfachs sinnvoll. 

Fettreiche Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse) bleiben auch nach dem Auftauen aromatisch und knackig, während Nüsse mit niedrigem Fettgehalt (Pistazien, Cashews) im Kühlschrank aufgetaut werden sollten. 

Wenn möglich zu Bio-Nüssen greifen: Sie werden ohne chemische Pestizide behandelt. Auch auf Bleichen mit Schwefel wird verzichtet, da dies im Bio-Anbau verboten ist. 

Milch- und Milchprodukte – 2,5 Kilo

Haltbare Milch oder H-Sahne lassen sich ideal lagern und liefern Calcium und Protein. Für Veganer*innen eignen sich die pflanzenbasierten Produkte ebenso, wenn sie entsprechend mit Nährstoffen angereichert sind. 

Käse im ganzen Laib lässt sich auch ungekühlt lagern. Sobald er angebrochen ist, muss er allerdings gekühlt werden. Grundsätzlich empfehlen sich Käsesorten, die schon einige Zeit gereift sind (Parmesan, Comté). 

Eier, Fleisch und Fisch – 1,2 Kilo

Fleisch: Die Empfehlungen für den Fleischkonsum wurden reduziert – zugunsten von Gesundheit und Umwelt. Daher nimmt diese Kategorie nur einen kleinen Teil des Vorrats ein. Dauerwurst (z.B. Salami) oder Leberwurst im Glas lassen sich gut lagern. Auch hier gibt es diverse vegane Fleisch-Alternativen, die nicht gekühlt werden müssen.

Eier: Eier halten ungekühlt bis zu 4 Wochen, im Kühlschrank bis 6 Wochen. Einmal gekühlt, sollten sie nicht wieder Zimmertemperatur ausgesetzt werden, da Temperaturschwankungen ihre Haltbarkeit reduzieren. 

Gekochte Eier sind bis zu 4 Wochen haltbar, sollten aber nicht abgeschreckt werden, um Risse in der Schale zu vermeiden.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


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