Was die Finanzbranche meint, wenn sie ‚Nachhaltigkeit‘ sagt

Pressemitteilung vom
Ist ein E-Auto nachhaltig, egal woher der Strom kommt? Ist ein Atomkraftwerk nachhaltiger als Kohlestrom? Und ist ein Hersteller von Windrädern nachhaltig, auch wenn er seine Angestellten schlecht bezahlt?
Erdkugel in grünem Wald
Off

Die Verbraucherzentrale schafft Durchblick im Dickicht der Nachhaltigkeitsbegriffe

Unter Nachhaltigkeit versteht fast jeder Mensch etwas anderes. Deshalb überrascht es wenig, dass Finanzprodukte, die sich an eine Vielzahl von Menschen richten, nicht die Definition jedes Einzelnen treffen können. Dennoch kann es überraschen, wie wenig die in einem Aktienfonds mit Nachhaltigkeitsanspruch enthaltenen Unternehmen mit der eigenen Vorstellung von Nachhaltigkeit zu tun haben.
 
„Es gibt verschiedenste Arten wie die Finanzbranche versucht Nachhaltigkeit abzubilden. Das kann bedeuten, auf bestimmte Unternehmen oder Branchen völlig zu verzichten. Es kann aber auch bedeuten, in bestimmte Branchen zu investieren, die viele nicht gerade mit Nachhaltigkeit verbinden. Dort werden dann aber nur die Unternehmen ausgewählt, die im Vergleich sehr strenge Kriterien erfüllen.“, erklärt Fabian Herbolzheimer von der Verbraucherzentrale Sachsen. Erschwert wird die Auswahl darüber hinaus auch durch ganz eigene Abkürzungen und Begrifflichkeiten der Finanzwelt. So steht das Kürzel ESG etwa für Environmental, Social and Governance (etwa: Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung), die Formel SRI für Socially Responsible Investment (etwa: sozial verantwortliches Investieren).
 
„Letztlich ist das Versprechen von Nachhaltigkeit nichts anderes als das Versprechen von Rendite oder Sicherheit. Um herauszufinden, ob ein Produkt für mich geeignet ist, muss ich mich intensiv damit beschäftigen und mich unabhängig beraten lassen. Nur so kann ich erkennen, ob das Versprechen auf mich zutrifft und ich ihm vertraue“, meint Herbolzheimer weiter. Dass das mitunter bedeuten kann, sich in Unterlagen einzulesen, die zunächst schwer verständlich sind, sollte dabei niemanden abschrecken.

Die Verbraucherzentrale berät zu nachhaltigen Bank-, Versicherungs- und Anlageprodukten und hilft Ratsuchenden bei der Wahl des passenden Angebotes. Termine können online oder telefonisch unter 0341 - 696 2929 vereinbart werden.

Text 1 der PI-Reihe zur nachhaltigen Finanzplanung: "Mehr als nur Öko-Fonds"

MEHR ALS NUR ÖKOFONDS

Warum Nachhaltigkeit in der Finanzplanung mehr zu bieten hat

Das Interesse an nachhaltigen Produkten hat auch die Finanzwelt erreicht. Viele Anleger*innen möchten nicht, dass ihr Geld in Staaten oder Unternehmen investiert wird, die nicht ihren Vorstellungen von einem fairen Wirtschaften gerecht werden. Sie suchen stattdessen nach zukunftsgerechteren Möglichkeiten zum Vermögensaufbau und Absichern. Die Branche reagiert darauf mit Versicherungen und Geldanlagen, die genau das versprechen. Aber bei der Frage, ob diese Versprechen auch eingehalten werden, versinkt man schnell in einem Dickicht aus Nachhaltigkeits-Begriffen und deren Umsetzung in Finanzprodukten. Ob darin letztlich das enthalten ist, was sich Verbraucher*innen davon erhoffen, ist mitunter schwer nachzuvollziehen.

Nachhaltigkeit als gleichberechtigter Baustein bei der Produktwahl

„Nachhaltigkeit ist in der Finanzberatung zu einem gleichberechtigten Mitspieler neben bekannten Kriterien wie Sicherheit, Laufzeit und Rentabilität geworden. Genauso muss es aber auch behandelt werden. Es findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern sollte Teil einer abgestimmten Finanzplanung sein“, meint Madlen Müller, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Aus diesem Grund beleuchten die Berater*innen der Verbraucherzentrale Sachsen diese Facette der Finanzplanung wie jede andere. „Nachhaltigkeit anzusprechen gehört einfach dazu. Völlig egal ob es um Versicherungen, Geldanlage oder die Kontoführung geht.“, so Müller weiter.

Information und Orientierung in allen Finanzangelegenheiten

Wie bei allen Beratungsanfragen stehen der Wunsch und der Bedarf der Ratsuchenden im Mittelpunkt. „Wir können und wollen zeigen, was möglich und individuell passend ist und welche Konsequenzen entstehen können. Die Entscheidung für oder gegen ein klassisches, ethisches, grünes oder digitales Angebot treffen am Ende immer die Verbraucher*innen“, sagt Müller.

WEBSEMINAR: NACHHALTIGE FINANZPLANUNG – Was ist möglich? Was ist Greenwashing?

Anmeldungen zum passenen Webseminar unter: https://join.next.edudip.com/de/webinar/nachhaltige-finanzplanung/2000268

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


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