Ernährungssicherheit ist Teil der kritischen Infrastruktur. Krisen wie Energieengpässe, Extremwetter oder Lieferkettenstörungen zeigen: Staatliche Vorsorge allein reicht nicht aus. Ein eigener Lebensmittelvorrat zu Hause stärkt die gesellschaftliche Resilienz, kann die regionale Wertschöpfung unterstützen und sorgt dafür, dass immer eine ausgewogene Mahlzeit auf den Tisch kommt. Mit einem Workshop zur Vorratshaltung an der Medizinischen Berufsfachschule Leipzig ging das Projekt der Verbraucherzentrale Sachsen zum Thema Ernährungsnotfallvorsorge heute erfolgreich zu Ende.
Von Wasserbedarf bis Kochen ohne Strom
Die angehenden Diätassistentinnen und Diätassistenten gingen der Frage nach, wie eine sinnvolle Vorratshaltung aussehen und im Alltag umgesetzt werden kann. Zunächst wurden geeignete Lebensmittel für den Vorrat vorgestellt und deren richtige Lagerung demonstriert. Dabei standen die Auswahl und Lagerung geeigneter Lebensmittel, die Planung des Wasserbedarfs sowie die Zubereitung von Mahlzeiten bei einem Stromausfall im Mittelpunkt – ein alltagstaugliches Paket, das sich leicht an Verbraucher weitergeben lässt.
Landwirtschaftsminister Georg Ludwig von Breitenbuch, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL): „Hier erfahren die künftigen Fachkräfte alles über eine sinnvolle private Vorratshaltung. Darüber hinaus werden sie dafür fit gemacht, vulnerable Menschen dabei zu unterstützen, Lebensmittelvorräte für unvorhersehbare Krisensituationen anzulegen. Wie schnell man in eine solche Situation kommen kann, haben wir erst kürzlich erlebt, als zahlreiche Haushalte in Berlin mehrere Tage von ohne Strom und Heizung auskommen mussten. Deshalb ist das Projekt der Verbraucherzentrale Sachsen wichtig und dringend notwendig. Ich freue mich sehr darüber, wie lebensnah dieser Workshop ist. Allen Beteiligten gilt mein großer Dank.“
Private Vorsorge als wirksames Instrument der Krisenprävention
Die Verbraucherzentrale Sachsen verbindet mit dem Workshop Verbraucherschutz und Krisenvorsorge auf anschauliche Weise. „Die private Ernährungsnotfallvorsorge ist ein wirksames Instrument der Krisenprävention. Eine frühzeitige Sensibilisierung in Verbindung mit praktischen Bildungsangeboten erhöht Resilienz und reduziert Abhängigkeiten im Notfall. Wenn junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Notwendigkeit privater Notfallvorsorge weitertragen, hat unsere Arbeit ihr Ziel erreicht“, resümiert Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen.
Dazu Jannicke Schickert, Leiterin der Medizinischen Berufsfachschule: „Diätassistentinnen und Diätassistenten treffen als Fachkräfte für Ernährungsfragen und Diätetik auf vulnerable Verbrauchergruppen. Deshalb kommt ihnen eine besondere Rolle als Multiplikator zu.“
Der Workshop „Werde Vorratsheld*in“ ist Teil des Projekts „Ernährungsresilienz und regionale Wertschöpfung stärken“ und wird seit dem 01. Januar 2024 vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) gefördert.
Das Format ist weiterhin im Bildungsangebot der Verbraucherzentrale Sachsen im Bereich Lebensmittel und Ernährung verankert und offen für interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren: www.verbraucherzentrale-sachsen.de/lebensmittel/unser-angebot-fuer-verbraucherinnen-98372
Wichtige Informationen zum Thema Vorratshaltung sind hier gebündelt: www.verbraucherzentrale-sachsen.de/fit-fuer-den-notfall-vorsorge-beginnt-beim-essen
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.
