Sauce Hollandaise aus dem Chemiebaukasten

Pressemitteilung vom
Sachsen startet in die Spargelsaison. Zu diesem saisonalen Gemüse essen viele Verbraucher*innen gern Sauce Hollandaise. Die Verbraucherzentrale Sachsen rät jedoch von Fertigprodukten die Finger zu lassen.
Teller mit grünem und weißem Spargel
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Fertigprodukte zwar bequem, aber mit einigen Nachteilen

Die Grundzutaten der edlen Soße sind Eigelb, geklärte Butter, Weißwein oder Zitronensaft und Gewürze. Weil die Zubereitung etwas Zeit und Geschick erfordert, scheint der Griff nach Fertigprodukten eine willkommene Alternative für viele Spargel-Fans.

Generell enthalten die meisten Fertigprodukte eine Vielzahl an Zusatzstoffen wie Konservierungsmittel, Verdickungsmittel und Geschmacksverstärker. Zudem kann der Geschmack von Fertigprodukten oft nicht mit frisch zubereiteter Sauce Hollandaise mithalten.

„Schaut man sich die Zutatenverzeichnisse der Fertigprodukte an, sieht man, dass von den hochwertigen, teuren Zutaten des Originals kaum etwas übriggeblieben ist“, weiß Dr. Birgit Brendel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. An der Spitze des Zutatenverzeichnisses steht bei diesen Fertigprodukten zumeist Wasser als Hauptzutat. Butter findet man mit wenigen Ausnahmen überhaupt nicht mehr darin, sondern preiswerte pflanzliche Fette und Öle.

Für den Buttergeschmack wird deshalb Aroma zugesetzt. Da auch der Anteil an Eiern bei den handelsüblichen Saucen deutlich geringer ist als in der Originalrezeptur braucht es auch ordentlich Verdickungsmittel um der Soße die cremige Konsistenz zu verleihen. „Aus einem Küchen-Highlight ist auf diese Weise ein billiges und geringer wertiges Ersatzprodukt geworden“, folgert Brendel.

Konsument*innen stellen immer wieder die Frage, ob das denn erlaubt sei, holländische Soße so ganz ohne Butter. Das ist erlaubt. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes ist die Nachmachung ausreichend gekennzeichnet, wenn die verwendeten Zutaten im Zutatenverzeichnis zu erkennen sind. Die Auffassung was unter einem Produkt zu verstehen ist, hat sich über die Jahre aufgeweicht. Wer im Restaurant Spargel mit Hollandaise bestellt, sollte also tunlichst fragen, ob die Soße selbst zubereitet ist oder aus der Großpackung kommt. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es hier nicht.

Wem eine originale holländische Soße zu fettreich ist, kann auf zahlreiche Rezepte für leichtere Varianten zurückgreifen, wenn sie dem eigenen Geschmack entsprechen. Diese Nachahmungen basieren auf natürlichen Zutaten und kommen völlig ohne Aromen und Zusatzstoffe aus.

„Als Alternative zur Fertigsauce Hollandaise empfehlen wir, die Sauce selbst zuzubereiten. Das mag zwar etwas aufwendiger sein, aber dafür haben Verbraucher*innen so die volle Kontrolle über die Zutaten und können letztlich eine gesündere und geschmacklich hochwertigere Sauce genießen“, rät Brendel.

Interessierte können sich dazu und anderen Fragen zu Lebensmitteln und Ernährung beraten lassen, oder einfach unter www.lebensmittel-forum.de eine Frage posten.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


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