Haushaltsbuch führen: Überblick über Ihre Finanzen

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Wie viel Geld bekomme ich im Monat? Wie viel gebe ich aus? Wofür zahle ich was und wo kann ich sparen? Mit einem Haushaltsbuch bekommen Sie den Überblick.

Schreibblock, Kugelschreiber, Taschenrechner
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Oft ist der Überblick über die Ausgaben verloren gegangen und man fragt sich: Wo bleibt eigentlich mein Geld? Egal wie man es nennt – Haushaltsbuch, Einnahmen-Ausgaben-Übersicht, Budgetplaner oder Money Diary – es geht darum, sich einen Überblick über die Haushaltsfinanzen zu verschaffen! Die Übersicht von Einnahmen und Ausgaben hilft dabei, wieder Klarheit zu erhalten und vielleicht auch erste Ursachen für knappe Kassen aufzudecken. So können hohe Versicherungskosten ein erster Hinweis auf eine Überversicherung sein. Ob Sie dafür ein Haushaltsbuch kaufen, sich eine Excel-Tabelle anlegen, ein Blatt Papier verwenden oder eine App installieren, bleibt Ihnen selbst überlassen. Hauptsache, Sie tun es! Beispiel-Tabellen finden Sie am Ende dieses Textes.

Legen Sie sich Kontoauszüge und Verdienstbescheinigungen, Versicherungsunterlagen und sonstige vertragliche Verpflichtungen bereit – und dann kann es losgehen. So wird's gemacht:

Schritt 1: Regelmäßige Einnahmen aufschreiben

Hier geht es um die Einnahmen, die wirklich immer vorliegen: Lohn, Kindergeld, Arbeitslosengeld o.ä. Geldgeschenke zum Geburtstag oder Weihnachtsgeld sollten hier nicht berücksichtigt werden.

Schritt 2: Alle festen Ausgaben ermitteln

Das sind Ausgaben, die regelmäßig anfallen und sich nicht kurzfristig ändern lassen wie Miete, Energiekosten, Telefon, Mitgliedsbeiträge usw.

Ausgaben, die nur ein- oder zweimal im Jahr anfallen (z.B. Versicherungen oder Kfz-Steuern), rechnen Sie auf einen Monat um. Tragen Sie diesen Wert unter "Feste Ausgaben" ein und legen den Betrag als Rücklage zur Seite.

Wenn Sie bereits hier feststellen, dass die festen monatlichen Ausgaben die Einnahmen übersteigen, prüfen Sie, ob es Verträge gibt, die überflüssig sind oder reduziert werden können. Wenn gar nichts mehr geht, nutzen Sie frühzeitig kostenlose Angebote zur Schuldnerberatung der Verbraucherzentralen, der freien Wohlfahrtspflege oder der Kommunen.

Die Schritte 1 und 2 müssen Sie nur einmal vornehmen und können die Beträge in den Folgemonaten einsetzen. Es sei denn, es ändert sich etwas.

Schritt 3: Budget für die veränderlichen Ausgaben ermitteln

Einnahmen - Feste Ausgaben = verfügbares Budget für die veränderlichen Ausgaben oder auch "das Geld zum Leben". Tipp: Teilen Sie diesen Betrag durch vier und Sie wissen, wieviel Geld Sie pro Woche ausgeben können, um nicht ins Minus zu gelangen.

Schritt 4: Schreiben Sie alle veränderlichen Ausgaben auf

Notieren Sie die veränderlichen Ausgaben so vollständig wie möglich. Für den besseren Überblick teilt man die Ausgaben in Kategorien wie "Essen und Trinken" oder "Kleidung" ein.

Tipp: Sammeln Sie Einkaufsbelege und vergessen Sie auch kleinere Beträge nicht. Notieren Sie sich kleine Beträge, für die Sie keinen Beleg erhalten, auf einem Zettel. Auch Einkäufe, die per Karte bezahlt werden und irgendwann vom Konto abgebucht werden, gehören in den Budgetplaner. Sonst stimmt am Ende die Buchhaltung nicht.

Sammeln Sie Belege und Notizen in einer Box, nehmen sich einmal pro Woche Zeit und tragen diese in den Budgetplaner ein.

Schritt 5: Ziehen Sie Bilanz – einmal im Monat

Addieren Sie die veränderlichen Ausgaben und ziehen diese Summe von dem zur Verfügung stehenden Budget ab.

Beispiel:

  1875 € verfügbares Budget
- 1720 € veränderliche Ausgaben
=  155 € für Rücklagen

Ist das Ergebnis positiv? Ziel erreicht! Nun haben Sie die Möglichkeit, diese Summe für Anschaffungen, den Notgroschen oder Vorsorge zurückzulegen.

Ist das Ergebnis negativ? Überlegen Sie, an welchen Stellen bzw. in welcher Kategorie Sie sparen können. Vielleicht stellen Sie fest, dass sehr viel Geld für Außer-Haus-Verpflegung ausgegeben wurde. Hier könnten Sie gegensteuern, indem Sie mehr selbst zubereiten und den Einkauf planen.


Ein Haushaltsbuch zu führen verhilft nicht unbedingt zu mehr Geld. Gerade bei knappen Einkommensverhältnissen ist der Spielraum eng. Allerdings können Sie erstens nachvollziehen, wohin das Geld verschwindet und damit zweitens besser gegen steuern. Sie entscheiden, wie Sie ihr Geld verwenden. Und nicht zuletzt haben Sie so die Möglichkeit, gezielt Beträge für nötige Anschaffungen oder den Notgroschen zur Seite zu legen.

Beispiel-Tabellen

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